Reisen mit Kindern
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Mit Kinderwagen & Co. auf Reisen

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Sind so kleine Füße- je jünger der Nachwuchs, desto unwahrscheinlicher, dass er auf Reisen selber läuft.

Während beim Baby altersbedingt noch die Fähigkeiten fehlen, macht sich bei manch Dreijährigem lediglich ein Faultiersyndrom breit. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass bei längeren Strecken auch die körperlichen Möglichkeiten eines Dreijährigen an Grenzen geraten können. Und dann gibt es auch noch die Situationen (z.B. Einreisekontrolle am Flughafen) wo man schlicht nicht möchte, dass das Kind sich selbsttätig entfernt.

Die spannende Frage ist jedes Mal wieder: was sollen wir bloß mitnehmen ?

Im Angebot sind der Kinderwagen, der Buggy, das Tragetuch und die Manduca. Mach einer hat auch noch die Kraxe im Repertoire- dazu fehlen mir die persönlichen Erfahrungswerte. Es gibt kein Patentrezept, das auf alle Reisesituationen anwendbar ist. Zum Teil kann die Lösung auch darin bestehen, sowohl eine Tragehilfe als auch einen Wagen mitzunehmen. Ich habe für mich aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen eine Checkliste entwickelt, die mir vor Reisen jeweils hilft, die Transportfrage zu entscheiden. Da wir mit zwei Kindern Reisen, ist diese Liste sehr auf unsere Situation angepasst. Davon losgelöst, sind es letztlich folgende Fragen, die du dir stellen solltest:

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Wie schwer ist mein Kind ?

Meine persönliche Neigung zu einer der Tragevarianten geht mit zunehmendem Gewicht des Kindes stetig verloren. Während man ein Baby sehr gut auch über längere Strecken tragen kann, kann ein Zweijähriger einen auf derselben Strecke mit seinem Gewicht ganz schön in die Knie zwingen.

Wie warm ist es am Zielort ?

Ich mag Tragetücher und habe beide Kinder oft darin getragen. Bei hohen Temperaturen kann diese Variante jedoch mitunter zur Qual für alle Beteiligten werden. Elternteil und Kind geben einander Körperwärme ab. Zusätzlich wärmt das Tuch als solches. In diesen Situationen habe ich den Kinderwagen oder eine luftigere Tragehilfe als wesentlich angenehmer empfunden.

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Wie sind die Straßengegebenheiten vor Ort ?

Natürlich gibt es geländegängige Kinderwagen. Es gibt aber einfach auch Orte, wo man mit dem Kinderwagen wenig Freude hat. Zwei Beispiele:

Als Alex drei Monate alt war, waren wir für mehrere Wochen in Sizilien. Als Standort für unsere Unternehmungen hatten wir Taormina ausgewählt. Dort gibt es innerorts wirklich viele Treppen zu steigen. Auch ein Besuch des antiken Theaters hätte mit Kinderwagen nur halb so viel Freude gemacht.

Im letzten Juli war ich gemeinsam mit meiner Schwester und Emmy, die zu diesem Zeitpunkt zwei Monate alt war, in Kolymbia auf Rhodos. Dieser Ort brachte mich in Entscheidungsnöte. Im Tragetuch wurde es sehr schnell heiß. Eine sportliche Herausforderung waren andererseits jedoch die hohen Bürgersteige, die jedes Überquereneiner Straße mit dem Kinderwagen zu einem zweifelhaften Vergnügen machten.

Wie bin ich vor Ort unterwegs ?

Wer einen Mietwagen nimmt, entgeht in dieser Hinsicht so manchem Problem. Wir sind stets mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und informieren uns deshalb vorab, wie die Mitnahmemöglichkeiten für das Kindergefährt jeweils aussehen. Bislang haben wir zumeist positive Erfahrungen gemacht. Ein Buggy war nie ein größeres Problem. Einen Kinderwagen, der sich nicht so umfassend verkleinern lässt, hätte ich oftmals in Bus und Bahn aber nicht dabeihaben wollen.

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Wo schläft mein Kind besser ?

Wenn es viel zu entdecken gibt, kann auch schnell mal die große Erschöpfung über die Jüngsten hereinbrechen. Diese Schlafphasen können dann  von den Eltern für eigene Zwecke, wie etwa ein ungestörtes Essen, genutzt werden. Wir haben bei unseren Kindern unterschiedliche Beobachtungen gemacht, wo sie besser schlafen. Tendenziell hat sich das bei beiden zugunsten des Buggys entwickelt. Restaurantbesuch ist ein weiteres Thema in dem Zusammenhang. Mit einem schlafendem Kind im Tragetuch, das aufzuwachen droht, wenn es abgelegt wird, lässt sich nicht jedes Gericht optimal essen (aber vielleicht liegt das nur an meinen mangelnden Fähigkeiten).

Es gibt sicherlich noch zahlreiche weitere Punkte, die man anführen könnte. Die Entscheidung, was für dich das Mittel der Wahl ist, kann dir keiner abnehmen. Ich hoffe aber, dass dir die genannten Punkte bei deiner Entscheidung helfen. Und ja: man kann beides mitnehmen. Das haben wir auch einige Male gemacht und dann jeweils situationsbedingt auf den Buggy oder die Tragehilfe zurückgegriffen. Bei unserer Elternzeitreise in Südafrika hatten wir den Buggy und die Manduca dabei. Im Buggy konnte auch mal ein müder Alex sitzen, während Emmy dann in der Manduca geschaukelt wurde. Strandspaziergänge mit den Beinen im Wasser sind jedenfalls auch ein Argument fürs Tragen.

Es gibt natürlich auch noch ganz andere Transportmöglichkeiten:

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2 Kommentare

  1. Mir ist es auf jeden Fall lieber, einen Kinderwagen mit auf die Reise zu nehmen. Wie Du bereits geschrieben hast, sind Kinder bis 3 Jahren für lange Ausflüge einfach zu klein, im Kinderwagen können sie auch schnell mal etwas ausruhen oder sogar schlafen. Bei Kindern in diesem Alter stelle ich mir Ausflüge ohne Kinderwagen doch ziemlich stressig vor.

    • letsfindtiggy sagt

      Liebe Anke, danke für deinen Kommentar! Es stimmt schon, dass die Kinder im Kinderwagen ihren Rückzugsbereich haben. Manchmal ist dies auch der einzige vernünftige Ort, um mal eben eine Windel zu wechseln. Zudem kann das Kind je nach Größe, Alter und Gewicht ziemlich schwer werden. Es gibt aber eben auch Gelände, die nicht wirklich kinderwagentauglich sind. Und ich hätte es schon manches Mal sehr bereut, wenn ich auf den jeweiligen Ausflug verzichtet hätte. Längere Ausflüge mit Kleinkindern sind schon möglich, man muss nur die jeweils optimale Transportoption wählen- manchmal auch eine Kombination.

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