Reisen mit Kindern
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Wenn das Kuscheltier im Urlaub bleibt

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Wenn Eltern und Kind(er) ausziehen, um die weite Welt zu erkunden, darf das Lieblingskuscheltier oder auch das Lieblingsspielzeug nicht alleine zuhause bleiben. Es vermittelt auch in der fernen Fremde ein vertrautes Gefühl und dient ebenso wie daheim auch im Urlaub als Einschlafhilfe. Wer einmal leidvoll erlebt hat, welche Gefühlsausbrüche das Verlegen des kuscheligen Spielkameraden bereits in der Heimat auslösen kann, der kann sich vorstellen, was die ganze Familie erwartet, wenn der Verlust auf Reisen eintritt und ein Wiedererlangen quasi unmöglich ist. Wir haben Tiggy in diesem Jahr in Südafrika zurückgelassen (Näheres dazu auf meiner Startseite) und haben unsere Lektion für die Zukunft gelernt.

Auslöser für diesen Beitrag war ein Geschenk, das ich am gestrigen Geburtstag meiner Tochter vom Freund meiner jüngeren Schwester erhalten habe. Als Kind war ich begeisterte Legospielerin und liebte auch die Legofiguren abgöttisch. Besonders angetan hatte es mir damals ein Schaf im grünen Pullover aka „Schäfchen Sophielamm“. Eines Tages ging jenes Tier während eines Spaziergangs verloren und das Drama war perfekt. Ich schickte damals meinen Onkel aus, um „Schäfchen Sophielamm“ zu suchen. Die Suche verlief erfolglos, was von mir mit dem Kommentar quittiert wurde, dass er wohl zu blöd sei, um „Schäfchen Sophielamm“ zu  finden. Rücblickend kann ich sagen, das war wohl nicht ganz fair und ich entschuldige mich ausdrücklich dafür. Das ist nun etwa 30 Jahre her. Am gestrigen Tag also wurde mir ein perfektes Double meines „Schäfchen Sophielamm“ überreicht- wer weiß, vielleicht ist es das Original ? Und: ich habe mich nach drei Jahrzehnten riesig über das Wiedersehen gefreut. Am Ende wird doch alles gut.

Aber nun zurück zum Thema: Was kannst du machen, um dem Horrorszenario vorzubeugen ?

Verlass dich nicht darauf, dass dein Kind schon auf sein Kuscheltier achten wird

Kinder sind zu den unmöglichsten Zeiten müde, meist schnell abgelenkt und überhaupt sprunghaft in ihrem Tun und Treiben. Sie wissen im entscheidenden Moment vielleicht auch nicht, dass sie an den Ort, an dem sie ihren Spielgefährten abgelegt haben, nicht zurückkehren werden. Ich gestehe: Hätte ich beim Verlassen des Baz-Bus-Shuttles noch mal richtig geschaut, ich hätte Tiggy sehen müssen.

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Auf die Größe kann es ankommen

Was klein ist, wird in der Regel eher übersehen. Wenn dein Kind auch eine Kleinfigur zu seinem Liebling auserkoren hat, wirst du es unsagbar schwer haben. Jede Sofaritze, jeder Strand und quasi alles andere kann den ultimativen Verlust mit sich bringen. Sehr große Kuscheltiere und Spielzeuge können auf Reisen auch sehr lästig sein. In unserer Verwandtschaft gibt es ein Kind, dass eine Stoffpuppe sein Eigen nennt, die zunächst fast größer war als das Kind selbst. So ein Ding passt in quasi keine Tasche und ist unfassbar unhandlich. Großer Vorteil: Übersehen fast unmöglich. Perfekt wäre also ein Mittelmaß an Größe. Leider wirst du wahrscheinlich wenig Einfluß darauf haben, wen oder was dein Kind als unersetzbaren Begleiter auserwählt.

Sorge für Verstärkung

Ein Kollege von mir berichtete, dass er Kuscheltiere gleich mehrfach erwirbt. Dies kann natürlich im entscheidenen Moment die Rettung sein. Allerdings muss man zuvor durch regelmäßigen Austausch für die gleichmäßige Abnutzung der Exemplare sorgen. Geht dann das auf Reisen verbindliche Exemplar verloren, so kann man seinem Kind in Aussicht stellen, dass der Gefährte bereits nach Hause vorgereist ist und dort wartet. Unterstützend kann vielleicht Oma oder Opa oder wer auch immer beim Skypegespräch das Ersatzexemplar vorführen. Nicht jeder wird diese Variante für pädagogisch einwandfrei halten, aber das musst du für dich selbst entscheiden.

Eine Trostgeschichte im schlimmsten Fall

Wir hatten keinen Ersatztiggy daheim. Ich habe auch ernsthaft überlegt, bei ebay einen Ersatz zu ersteigern. Dies wird aber ohnehin nicht in allen Fällen möglich sein. Wir haben Alex gesagt, dass es Tiggy so gut in Afrika gefallen hat, dass er gerne dort bleiben und weiter herumreisen möchte. Dies hat Alex schließlich so akzeptiert.

 

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