Marokko, Marokko am Meer, Reisen mit Kindern
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Taghazout – Ferien am Meer

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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir  das 20 km nördlich von Agadir gelegene Taghazout, einen der Surfspots Marokkos, verlassen. Wir wussten, das ein weiteres lohnendes Ziel vor uns liegt (Sidi Kaouki). Gleichzeitig fiel es uns schwer, Abschied von Taghazout zu nehmen, das uns innerhalb von drei Tagen schon so vertraut vorkam.

Bereits der Weg vom Flughafen in Agadir nach Taghazout war eine Vorschau auf das, was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte: keine Perfektion, dafür jede Menge Improvisation und vor allem Herzlichkeit und Gelassenheit. Für rund 30 Euro wurden wir in einem Uraltmercedes (Taxi première classe) mal mehr mal weniger sanft bis nach Taghazout geschaukelt.

Unsere Ferienwohnung in Taghazout hatte klare Defizite – aber ich würde sie jederzeit wieder buchen. Abenteuerlich war in jedem Fall das Treppenhaus ohne jedwedes Geländer. Ich habe schon einige Male Schnappatmung bekommen, weil Alex sich alleine und für meine Begriffe viel zu schnell treppauf oder treppab in Bewegung setzte. Warmes Wasser zum Duschen gab es nur limitiert- aber für uns hat es an allen Tagen gereicht. Den Gaskocher haben wir gar nicht erst in Gang bekommen- wir haben ihn schlussendlich aber auch nicht wirklich gebraucht. Schlimm für mich: kein Wlan. Warum ich mich trotz alledem in diese Wohnung verliebt habe ? Ich habe es genossen, Tag und Nacht das Meer zu hören, sehen zu können und zu riechen. Es war jeden Abend ein besonderes Erlebnis, auf der Terrasse zu liegen, in den Sternenhimmel zu schauen und dabei den Wellen zuzuhören. Ich habe seit längerer Zeit das erste Mal wieder richtig gut und tief geschlafen. Ich bin ein Meerjunkie-der Sound der Wellen beruhigt mich und macht mich glücklich ! Ein weiterer Vorteil war, dass wir mit den Kindern blitzschnell am Strand waren und unproblematisch zwischendurch mal „nach Hause“ gehen konnte, wenn z.B. eine weitere Windel gebraucht wurde.P1080272P1080268P1080269

Unser Frühstück haben wir im Hashpoint Surf Camp direkt nebenan mit Blick aufs Wasser eingenommen. Auch dort eine grandiose Terrasse und -essentiel für mich- Internet. Die Frühstückzeiten waren gewissen Schwankungen unterworfen und die Auswahl war nicht so immes wie in den großen Touristenhotels, aber bei aller Improvisation und dem bunt zusammengewürfelten Geschirr, war eines doch gut erkennen: alles war frisch, individuell und liebevoll zubereitet. Abdellah vom Surfcamp war schon vor unserer Anreise Ansprechpartner für mich in allen Taghazoutfragen gewesen und half uns dann auch vor Ort in allen Lebenslagen weiter. Sein mitreißendes und positives Wesen hat sehr dazu beigetragen, dass wir uns schnell wohl in Tagazout gefühlt haben.

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Nur wenige Schritte weiter in Richtung Ort befindet sich mit Terrasse zum Wasser das absolut unscheinbare Café und Restaurant „Sonya“. Wir haben das erste Mal dort Station gemacht, weil ich mich nicht vom Anblick des Meeres trennen wollte. Nach diesem ersten Besuch sind wir zu jedem Mittag-und Abendessen dort eingekehrt. Das Lokal ist sehr einfach und verfügt über nur wenige Tische. Angeboten werden frischer fisch, Tajines, Couscous, Sandwiches, Suppen und Salate und einiges mehr. Ein Hauptgericht kostet zwischen 2,50 Euro und 5 Euro. Das „Sonya“ wird auch zahlreich von Einheimischen frequentiert. Die etwas mitgenommene Optik des „Sonya“ und die spartanische Einrichtung werden durch die Qualität des Essens, die Aussicht auf Strand und Meer und die Herzlichkeit des Personals mehr als ausgeglichen. Kinderfreundlichkeit wird riesengroß geschrieben und auch Alex und Emmy haben sich dort schnell sichtlich wohl gefühlt.P1080414P1080416

Der Strand in Taghazout ist sehr überschaubar und für Kinder gut geeignet. Es geht flach ins Wasser hinein, sodass auch die Kleinen den Atlantik erstmal nur mit den Füßen testen können. Während am früheren Morgen die meisten Fischerboote unterwegs sind um einen Fang zu machen, findet sich zu späterer Stunde für jeden ein Platz im Schatten eines der Boote. Der Strand wird auch von den Einheimischen gut besucht, wobei die Zahl der Besucher deutlich ansteigt, wenn der Strand als Location für ein Fußballturnier genutzt wird. Zumeist liegen ein oder zwei Dromedare bräsig in der Sonne herum und warten auf willige Reiter. Wir haben mit beiden Kindern einen Ritt gewagt, woraufhin Alex gleich ein Dromedar mit nach Hause nehmen wollte. Diesen Wunsch konnten wir ihm nicht erfüllen, er durfte dann aber noch mal ganz alleine reiten.

 

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Bargeld sollte man sich bereits vor der Anreise beschafft haben- es gibt in Taghazout keinen Geldautomaten. Dafür ist es relativ unproblematisch vor Ort entweder gleich in Euro zu zahlen oder aber Geld zu wechseln. Eine Apotheke und zahlreiche kleine Shops und Lebensmittelmärkte sind im Ort vorhanden, sodass alles Notwendige beschafft werden kann.

Taghazout ist keine klassische Schönheit, aber der Ort hat Charakter. Die Menschen in Taghazout , der Strand und Meer und Wellen machen es einem leicht, sich schnell willkommen zu fühlen. Fahr hin und überzeug dich selbst!

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