Reisen mit Kindern, Südafrika
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Unsere Elternzeit als Backpacker in Südafrika – Teil 1

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Ende Februar bis Ende März 2015 waren wir mit Alex und Emmy (damals 3 Jahre und 10 Monate) als Backpacker mit dem Baz Bus auf der Gardenroute in Südafrika unterwegs. Hier und in Teil 2 kannst du nachlesen, wie es zu dieser Reise kam, warum wir ein Stopover in Dubai einlegten und wie es uns mit zwei Kleinkindern und zwei großen Rucksäcken im Süden Afrikas ergangen ist.

Im Teil 1 erfährst du, warum wir uns für Südafrika entschieden haben, wie die Planung verlief und wie unser Umfeld reagierte. Außerdem begleitest du uns bei einem Stopover in Dubai und unserer Fahrt mit dem Baz Bus von Kapstadt bis Storms River.

(Teile dieses Artikels gibt es bereits als Einzelposts. Um dir das Hin-und-Herklicken zu ersparen, habe ich den Text dann noch mal in diesen Beitrag eingefügt. )

Der kurze Planungsvorlauf

Nein, diese Elternzeitreise war kein lang gehegter Traum. Wir waren viel unterwegs in den letzten Jahren, aber Fernreisen hatten wir bis zu diesem Jahr nicht gemeinsam unternommen. Im letzten Jahr hatte ich nach Emmys Geburt Ende Mai im August – also acht Wochen später- wieder begonnen, in Vollzeit zu arbeiten. Was zunächst ganz gut gelang, rächte sich gegen Ende des letzten Jahres. Ich war müde, ausgepowert und brauchte eine Auszeit. Zudem hatten wir das Gefühl, nicht genug Zeit gemeinsam als Familie zu haben. Nach einiger Rechnerei reichte ich am 23.12. meinen Antrag auf einen Monat Elternzeit ein. Wir beschlossen, uns in dieser Zeit auf Reisen zu begeben, um Abstand vom Alltag zu gewinnen und neue Kraft schöpfen zu können. Außerdem wollten wir ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie.

Die Wahl des Ziels war zunächst nicht leicht. Mir schwebten zunächst asiatische Regionen vor. Insbesondere Thailand oder Bali schienen mir eine Überlegung wert. Wir waren uns aber auch bewusst, dass unser Planungsvorlauf und der Vorlauf für etwaige Impfungen knapp bemessen war. Zudem war da die Angst vor Denguefieber. Wir bekamen den Tipp, Neuseeland im Camper zu erkunden und die Bilder die uns gezeigt wurden, sprachen deutlich dafür. Ich selbst fahre gar kein Auto und auch Helmut ist in den letzten Jahren nur Motorrad gefahren. Mir war nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dass er seine Fahrpraxis in einem nicht gerade kleinen Fahrzeug auf Straßen mit Linksverkehr mit der ganzen Familie an Bord wieder auffrischen würde.

Der entscheidende Hinweis kam von meiner Schwester, die in Stellenbosch in Südafrika ein Auslandsstudienjahr verbrachte und uns fragte, warum wir nicht nach Südafrika fahren würden. Wir informierten uns also über Südafrika und die Neugier war geweckt. Uns war natürlich klar, dass wir in diesen wenigen Wochen nur einen Bruchteil des Landes würden sehen können. Da das Meer und der Strand bei uns selten fehlen dürfen, sollte ein Teil unserer Route an der Küste verlaufen. Ich prüfte die Möglichkeiten, ohne Auto in Südafrika zu reisen. Zwar wollten wir nur zwei große Rucksäcke und Emmys Buggy mitnehmen, aber gleichwohl kann diese Gepäckmenge durchaus zur Belastung werden.

Wie begeistert war ich also, als ich auf Baz Bus aufmerksam wurde. Baz Bus ist ein Hop-on-hop-of-Backpacker-Busservice in Südafrika, der große Teile des Landes abdeckt. Es können Tickets für bestimmte Strecken oder aber Tickets für eine bestimmte Anzahl von Tagen (dann gültig im ganzen Netz) erworben werden. Die Busse fahren auf den Strecken nahezu täglich, halten an bestimmten Orten und jeder kann selbst entscheiden, wie lange er an welchem Ort die Fahrt unterbrechen und verweilen möchte. Vor Ort werden verschiedene Hostels angefahren. Um die Buchung der Unterkunft muss man sich allerdings selbst kümmern. Für uns schien mir das Ganze ideal – ein Tür-zu-Tür-Service für unser Gepäck und für uns gleichzeitig die Möglichkeit, uns den Wunsch nach einer Rundreise zu erfüllen. Wir entschieden uns für die Strecke Kapstadt-Port Elizabeth entlang der Gardenroute und zurück. Die Buchung für Kinder ist auf der Website nicht möglich. Und so gingen E-Mails zwischen mir und Baz Bus hin und her, bis alle Fragen geklärt waren. Auch die Buchung der Tickets für die Kinder erfolgte im Wege der E-Mail-Kommunikation (sie zahlten jeweils die Hälfte). Danach war auch klar, dass Alex ohne Kindersitz mitfahren konnte, wir für Emmy aber die Babyschale mitzubringen hatten. Insgesamt lässt sich festhalten: alle meine Fragen wurden zeitnah und umfassend beantwortet. Die Buchung der Tickets verlief problemlos. Auf der Seite von Baz Bus ist ersichtlich, mit welchen Hostels Baz Bus in welchen Orten zusammenarbeitet. Viele der Unterkünfte können über booking.com gebucht werden. Bei den übrigen Unterkünften buchte ich uns unproblematisch per E-Mail ein.

Fehlte nur noch der Flug. Uns war daran gelegen, den Kleinen keine nahezu endlose Flugdauer zuzumuten. Aus diesem Grunde entschieden wir uns schließlich für Emirates. Auf diese Weise hatten wir die Möglichkeit, den Flug durch ein Stopover in zwei Teile von akzeptabler Länge aufzuspalten und konnten gleichzeitig noch ein weiteres neues Reiseziel erkunden. Damit wir auch wirklich etwas davon hatten, planten wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg zwei Übernachtungen in Dubai ein. Emirates hat sich uns gegenüber als sehr serviceorientiert erwiesen. Hervorzuheben war das Mitdenken vor Abflug. Ich wollte für Emmy ein Bassinett (so ein Einhängebettchen fürs Flugzeug). Dieses ist nur an bestimmten Sitzplätzen möglich. Als ich unsere Sitzplätze wählen konnte, mussten wir bei zwei von vier Flügen jeweils zu zweit in unterschiedlichen Reihen reservieren. Als ich aus anderem Grunde noch mal bei Emirates anrief, wurde ich sofort darauf angesprochen und man sagte mir zu, dass man die Plätze tauschen würde, sodass wir alle in einer Reihe würden sitzen können – und so kam es dann auch.Vor der Reise mussten ich und Helmut uns noch einen Reisepass beschaffen, die letzte Fernreise war doch schon etwas her. Die Erkundigungen zum Thema Impfungen erbrachten, dass wir für die von uns gewählten Teile des Landes keine benötigten.

Die von mir ausgewählte Route innerhalb Südafrikas sah wie folgt aus: Kapstadt – Hermanus – Mosselbay – Wilderness – Plettenberg – Port Elizabeth – Jeffreys Bay – Knysna – Victoria Bay – Hermanus – Kapstadt.

Im weiteren Verlauf der Reise kam Stormsriver noch unerwartet hinzu – aber dazu später mehr.

Wir haben uns in Südafrika für folgende Unterkünfte entschieden:

Kapstadt (Anreise) – A Sunflower Stop

Hermanus- Hermanus Backpackers (Cottage)

Mossel Bay – Santos Express

Wilderness – Wilderness Beach House

Plettenberg – Nothando Backpackers

Stormsriver – Dijembe Backpackers

Port Elizabeth –   Lungile Backpackers

Jeffreys Bay – Island Vibe

Knysna – HomeBase Knysna

Victoria Bay – Backpacker Beach Hostel

Kapstadt (Abreise) – Observatory Backpackers

Unser Umfeld reagierte verhalten auf unsere Pläne. Viele befanden Südafrika für zu gefährlich für eine Reise mit Kleinkindern. Dass wir uns zudem mit einem Backpackerbus im Land fortbewegen und in Hostels übernachten wollten, führte nicht zu mehr Vertrauen in unsere Pläne. Auch unser engstes Umfeld zeigte sich besorgt ob unserer Reiseplanungen. Würden wir und die Kinder gesund zurückkommen und würde uns auch nichts passieren? Ich versprach zur Beruhigung eine tägliche Wasserstandsmeldung aus der Ferne und kam diesem Versprechen während unserer Reise auch umfassend nach. Über WhatsApp verschickten wir jeden Tag die neuesten Fotos und kleine Sprachbotschaften an die Großeltern, die so intensiv an unserer Reise teilhaben konnten. Meine Elternzeit wurde nicht von allen als das gesehen, was sie war – eine dringend notwendige Auszeit mit der Familie  infolge der Erschöpfung des zu schnellen vollen Wiedereinstiegs in den Beruf. Manch einer dachte sich, mir ginge es ganz banal nur darum, vier Wochen zusätzlichen Urlaub an Land zu ziehen. Sei es drum, für jemanden, der zu diesem Zeitpunkt nicht in meiner Haut steckte, waren die maßgeblichen Gründe vielleicht nicht nachvollziehbar.

Stopover in Dubai

Am 25. Februar bestiegen wir in Frankfurt den Flieger in Richtung Dubai, wo wir für zwei Nächte Zwischenstation machten. Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel dazu veröffentlicht. Hier noch mal die von mir zusammengestellten Informationen:

Bereits am Flughafen wird Kinderfreundlichkeit groß geschrieben. An verschiedenen Standorten sind Buggys kostenfrei erhältlich, in denen der Nachwuchs quer durch den Flughafen geschoben werden kann. Familien mit Kindern werden zumeist bevorzugt abgefertigt. Bei der Weiter- bzw. Rückreise kannst du an einem speziellen Familienschalter einchecken, was zeitlich in jedem Fall einen Vorteil bringt. Freu dich außerdem auf große Spielbereiche mit einer Art Krabbelkiste für die ganz Kleinen und Spielgeräten sowie kleinem Kino. Direkt nebendran gibt es stylische Kabinen, in die Eltern sich mit ihren Kindern (z.B. zum Stillen) zurückziehen können.

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Je nachdem, welches Hotel du ausgewählt hast und wieviel Gepäck mitgeführt wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, vom Flughafen zur Unterkunft zu kommen. Mit kleinem Gepäck kannst du eventuell die Metro nehmen. Es gilt zu beachten, dass es spezielle Abteile für Frauen gibt, zu denen Männer keinen Zutritt haben und eine Strafe zahlen müssen, wenn sie sich gleichwohl dort aufhalten. Wenn du eines der Hotels in der Nähe des Flughafens ausgewählt hast, wird zumeist ein Shuttlebus eingerichtet sein, der euch am Flughafen abholt. Und schließlich sind da unzählige Taxen, die auf Kundschaft warten. Eine Besonderheit und ein optisches Highlight sind die pinken Taxis. Sie werden von -ganz in pink gekleideten – Fahrerinnen gesteuert und befördern ausschließlich Frauen oder Familien. Die Taxipreise in Dubai sind sehr moderat. Das Taxi ist in Dubai nach meiner persönlichen Meinung ohnehin das Verkehrsmittel der Wahl.

Es gibt ein nahezu unendliches Angebot an Unterkünften in Dubai. Die Preisskala ist nach oben offen. Dubai ist für Hotelzimmer kein billiges Pflaster. Wir haben mit dem “ Holiday Inn Express Dubai Airport“ gute Erfahrungen gemacht. Nach Ankunft werdet ihr vom Hotelshuttle kostenfrei am Flughafen abgeholt. Selbiger bringt euch bei Abreise auch wieder zum Flughafen. Der Check-in  verläuft auch zu nächtlicher Stunde unkompliziert. Wir haben bei unserem Aufenthalt ein sehr geräumiges Zimmer erhalten, das all unseren Bedürfnissen gerecht wurde. Beim Frühstück war für jeden etwas dabei. Für uns besonders wichtig war die Kinderfreundlichkeit des Personals.  Sonderwünsche werden schnell und zuverlässig erfüllt. Das Beste: das Ganze gab es zu einem für Dubai wirklich moderaten Preis.

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Dubai ist keine Fußgängerstadt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen -dazu gleich mehr- macht es keinen Spaß, Dubai zu Fuß zu erkunden. Dies gilt insbesondere für Touren mit dem Kinderwagen. Gehwege und Bürgersteige sind auf Kinderwagen nicht ausgerichtet. So schlagen auch zwei Herzen in meiner Brust, wenn es um das Thema Metro geht. Metrofahren in Dubai ist günstig und man erreicht große Teile der Stadt auf diese Weise. Zudem bietet sich auf einigen Streckenabschnitten ein schönes Panorama. Was gegen die Metro spricht ist, dass der Weg zur nächsten Metrostation schnell zur Tortur werden kann. In Stoßzeiten kann es zudem sehr kuschelig werden. Da Taxifahren in Dubai verhältnismäßig günstig ist, haben wir uns nach unserem Metroversuch später für das Taxi entschieden.

In der Dubai Mall und um die Dubai Mall herum kann man mit Kindern einen ganzen Tag zubringen, ohne das Langeweile auftritt. Und: der ein oder andere Superlativ erwartet dich ! Die Dubai Mall ist eines der größten Shoppingcenter der Welt (350.000 qm Verkaufsfläche). Es gibt nahezu nichts, was man dort nicht kaufen kann. Highlight für mich war u.a. der Hello Kitty Store. Für die lauffaulen Kleinen können Autos zum Schieben angemietet weren, die gleichzeitig Stauraum für Einkäufe bilden. Verhungern wird definitiv keiner. Die Auswahl an Restaurants, Bars und Take Aways ist kaum zu überbieten. Ein besonderer Höhepunkt für die ganze Familie ist das Dubai Aquarium mit Unterwasserzoo. Das weltgrößte Aquarium mit 33.000 Fischen und 85 Arten bietet die Möglichkeit, zwischen Haien hindurchzulaufen und diese aus nächster Nähe zu beobachten. Mein persönlicher Favorit war in jedem Fall „King Croc“, ein Krokodil von über 5m Länge und mehr als 750 kg Gewicht.

Verläßt man die Mall zu den Wasserfontänen hin, so befindet sich auf der linken Seite ein Kinderspielplatz. Außerdem kannst du die Chance nutzen, um von der Aussichtplattform des welthöchsten Gebäudes, des Burj Khalifa, auf Dubai zu schauen. Wenn du dies vorhast, solltest du vorab Tickets über das Internet buchen – vor Ort sind sie sehr viel teurer. Am Abend ist in regelmäßigen Abständen (ab 18 Uhr alle 30 Minuten) die weltgrößte Wasserfontäne, die Dubai Fountain, zu bewundern. Auf 275 m Länge schießen die einzelnen Fontänen 100.000 l Wasser in die Luft und erreichen eine Höhe von bis zu 150m.

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Wenn du dich lieber an der frischen Luft bewegst, sei dir der Yachthafen von Dubai ans Herz gelegt. Von dort kannst du auf dem sogenannten „Marina Walk“ einen Rundweg von 7 km zurücklegen. Es gibt immer wieder schöne Panoramen und der Weg ist definitiv kinderwagentauglich. Entlang des Weges bietet sich dir 1001 Möglichkeit um ein Mittagessen einzunehmen oder dich einfach in ein Café zu setzen und den Booten und der vorbeiflanierenden Menge zuzuschauen. Auch Spielplätze sind vorhanden. Eine Oase im sonst recht hektischen Dubai.

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Kapstadt- der Auftakt

Zwei Tage später ging es dann nach Südafrika – genauer gesagt nach Kapstadt. Wir hatten bei „Backpacker Bus“ einen Transfer zu unserem Hostel gebucht und ich erwartete zunächst einen Bus mit allerlei Fahrgästen. Dem war nicht so. Vielmehr wurden wir vom Fahrer am Ausgang in Empfang genommen, zum Parkhaus geleitet und fanden uns vor einem Fahrzeug überschaubarer Größe wieder, das nur uns befördern sollte. Wir hielten vor einer Mauer an. Die Tür zum Garten und zum Hostel „A Sunflower Stop“ war gut gesichert – ein Bild, welches uns in den nächsten Wochen geläufig werden sollte. Hinter der Mauer erwartete uns ein schöner Garten mit kleinem Pool und ein freundlicher Empfang. Unser Zimmer war schön, aber in seiner Größe sehr überschaubar. Es sollte uns gleichwohl gelingen, zu viert in dieser Enge zu schlafen. Das Team an der Rezeption war äußerst hilfsbereit und beantwortete geduldig all meine Fragen. Da wir nur den kommenden Tag in Kapstadt hatten, wollten wir gerne etwas sehen und gleichzeitig entspannen. Unser Rezeptionist riet uns zu den roten Doppeldeckerbussen. Ich war erst skeptisch – wurde jedoch vollends überzeugt.

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Lies nun hier, wie so ein Tag in Kapstadt aussehen kann :

Es war nicht mehr ganz so früh, als wir uns von unserem Hostel in Green Point auf den Weg in Richtung Waterfront machten – der Frühstückshunger war dafür umso größer. Wir entschieden uns für das Shorline Cafe neben dem Two Oceans Aquarium. Der wunderbare Ausblick, die erste Tasse Kaffee des Tages und ein leckeres Omlett stimmten uns auf den Tag ein. Für Emmys Kinderwagen gab es ein schattiges Plätzchen und Alex stürzte sich mit ebenso großer Begeisterung auf sein Frühstück wie wir.

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Vom Two Oceans Aquarium starten rote Doppeldeckerbusse zu den Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt Kapstadts und zu Highlights im Umland. Uns zog es eher aus der Innenstadt raus ins Grüne und so kaufte ich für uns vier ein Eintagesticket (170 ZAR pro Erwachsenem,Kinder unter 5 Jahren sind frei)  für die sogenannte“blaue Route“. Wer mehr Zeit hat und ein Zweitagesticket erwirbt (ZAR 250), kann  sowohl die rote Route (Stadtgebiet) als auch die blaue Route erkunden. Im Zweitagesticket sind zudem noch weitere Optionen wie z.B. eine Kanaltour enthalten. Aber soviel Zeit blieb uns ja leider nicht. Alex liebt Busfahren und fand es super, oben zu sitzen. Auch Emmy konnte mit nach oben. Der vordere Teil des Oberdecks ist überdacht. So gibt es Schatten und trotzdem gute Sicht für alle. Bei Kauf des Tickets werden rote Kopfhörer ausgehändigt. Sind diese einmal eingestöpselt, erhält man kurzweilige Informationen zu allen Stops auf der Route – wenn das jeweilige Kind einem die Kopfhörer nicht gerade wieder aus den Ohren reißt.

Vom Aquarium aus sind es vier Stops bis zum Botanischen Garten Kirstenbosch.

Hier sollte man mit Kindern auf jeden Fall aussteigen (Erwachsene 50 ZAR, Kinder unter 6 Jahren frei). Der Garten ist Teil des Unesco Weltkulturerbes und bietet eine atemberaubende Vielfalt an Pflanzen. Gleichzeitig ist viel Platz für die Kinder zum Umhertollen und Entdecken. Wer sich nicht bereits zuvor den Bauch vollgeschlagen hat, kann hier wunderbar picknicken, was  für Familien eine gute Option ist, da die Jüngsten nicht am Tisch sitzen müssen. Wer kein eigenes Picknick mitbringt, kann sich im dortigen Restaurant ein Picknick zusammenstellen lassen.

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Einen Stop weiter steigt man in den Bus zu einer Wein-Tour durch das Constantia Valley um. Dies lohnt sich bereits wegen der schönen Landschaft. Wir entschieden uns für das Weingut Groot Constantia.

Man kann dort nicht nur  den Wein  aus eigener Erzeugung probieren, sondern auch sehr gut essen. Im Jonkershuis Restaurant lässt es sich angenehm draußen sitzen. Die Tische stehen neben einer großen Wiese, auf der sich der Nachwuchs nebenbei austoben kann, ohne dass er den Eltern außer Blick gerät. Wer sich bei der Essensbestellung schwer entscheiden kann, ist mit dem Probierteller mit drei verschiedenen Spezialitäten gut beraten.

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Nach erneutem Umstieg an der Ausgangshaltestelle für die Weintour und wieder zurück auf der blauen Route fährt der Bus zunächst World of Birds, einen Vogelpark mit mehr als 3500 Vögeln, und sodann das Imizhamu Yethu Township an. Auf dem weiteren Weg zurück zum Ausgangspunkt geht es entlang der Küste –  vorbei am Hafen von Hout Bay, den Stränden des schicken Camps Bay und Sea Points sowie dem Leuchtturm von Green Point. Wir sind die Strecke in den späten Nachmittagsstunden gefahren und haben die Ausblicke sehr genossen.

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Wir haben sicherlich viele wichtige Highlights Kapstadts an diesem Tag nicht gesehen.  Wir haben aber viele verschiedene Eindrücke mitnehmen können und einen völlig relaxten Familientag in schöner Umgebung erlebt.

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Hermanus

Nach diesem kurzen Start in Kapstadt (viel zu kurz- wir müssen da noch mal hin !) ging es weiter nach Hermanus. Der Baz Bus fährt nicht direkt nach Hermanus , sondern hält am Bot River Hotel in Bot River. Dort stiegen wir in den vom Hermanus Backpackers für uns organisierten Zubringer um.  Wir stiegen am eigentlichen Backpacker aus und wurden abermals herzlich begrüßt. Bereits zu diesem Zeitpunkt war für uns die relaxte Atmosphäre dort bemerkbar. Wir wohnten um die Ecke – im Cottage – und fühlten uns sofort angekommen. In einem meiner ersten Beiträge habe ich einmal ein wenig zusammengefasst, was mir zum Thema Hermanus rückblickend einfällt. Ich füge dies hier zum Nachlesen noch einmal ein:

In Hermanus findet man sich wegen der Größe der Stadt schnell zurecht – es liegt alles nah beisammen. Und: man ist immer mit nur wenigen Schritten am Wasser. Es gibt einen wunderbaren Küstenweg mit tollen Panoramen, der größtenteils sogar mit dem Kinderwagen befahrbar ist. Ein Highlight für die Kleinen ist zudem der Spielplatz mit Meerblick. Und es gibt Strände. Der Grotto Beach bei Hermanus hat Blue Flag Status. Und wenn mal gerade keine Walsaisaon ist, gibt es wenigstens ein Walmuseum.

Im zum Hermanus Backpackers gehörenden Cottage haben wir uns sofort wohl gefühlt.

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Neben farbenfohen Familien- und Doppelzimmern (sofortiger Gute-Laune-Effekt) gab es einen chilligen Gemeinschaftsbereich und eine stets saubere Küche. Zum Cottage gehört ein kleiner Garten. Zum Schwimmen ist der Pool zu klein, aber zum Planschen für Kinder ist er super. Zum Abkühlen der Eltern und sonstigen Gäste ist er auch gut geeignet.

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Der Pick n Pay Supermarkt an der Einkaufsstraße hat ein breites Sortiment an Babynahrung. Soweit man sich im Hostel selbst verpflegen möchte, bekommt man hier nahezu alles, was das Herz begehrt.

Einmal entdeckt und immer wieder besucht haben wir das Burgundy am Ende der Einkaufsstraße links. Man sitzt draußen wie drinnen gut und egal ob Frühstück, Kaffeetrinken oder warmes Essen- es hat alles geschmeckt. Wer draußen sitzt, hat zudem einen wunderschönen Blick aufs Meer. Bei windbedingter Kälte gibt es auch eine Decke. Ansonsten bieten die Schirme guten Sonnenschutz,  sodass man auch mit kleinen Kindern länger verweilen kann. Neben dem Essen sind großer Pluspunkt des Lokals die Menschen, die dort arbeiten. Danke an die Kellnerinnen, die Emmy ausdauernd durchs Lokal getragen haben !

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Wer mit mit nur einem Kind für mehrere Wochen in den Urlaub fährt hat ein Wäscheproblem. Mehr Kinder führen zu noch größeren Wäscheproblemen. Irgendwann stellt sich die Frage: wo können wir waschen ? In Hermanus heißt die Lösung des Problems „Gwenda’s Laundry“ und befindet sich bei dem Parkplatz hinter dem Pick n Pay. Leistung und Preis stimmen. Die Öffnungszeiten sind jedoch Schwankungen unterworfen. Es hat sich als ratsam erwiesen, bei Abgabe der Wäsche aktuell nachzufragen.

Mossel Bay

In Mossel Bay freute ich mich besonders auf die Unterkunft. Wir würden in einem alten Luxusschlafwagen eines stillgelegten Zuges nahezu direkt am Strand schlafen. Die „Royal Suites“ verfügen über eine Terrasse mit Meerblick und eine Badewanne mit Blick aufs Meer. Ich wurde nicht enttäuscht und würde dort jederzeit wieder einchecken. Zum Zug gehörte ein Restaurant mit Blick aufs Meer, wo auch das Frühstück eingenommen werden konnte. Der Santos Express steht oberhalb des Santos Strandes und es ist von dort aus ist es auch nicht weit in die Innenstadt und zum Bartholomeu Diaz Museumskomplex, wo die Geschichte Mossel Bays eindrucksvoll nachzuvollziehen ist. Wenn man vom Santos Strand aus den Museumskomplex von unten betritt und den Hang hinauf geht, hat man im oberen Teil einen schönen Blick. Neben dem Zug verläuft ein Gleis, welches gelegentlich noch genutzt wird. Insoweit gilt es die Kinder im Auge zu behalten. Ansonsten sind damit aber keine Einschränkungen verbunden.

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Wilderness

Wilderness- was war das schön. Nach meinem Dafürhalten der erholsamste Ort auf unserer Reise. Und die Sicht von der Terrasse unseres Hostels – unbeschreiblich. Ich hatte trotzdem bereits einmal versucht, meine Eindrücke in Worte zu fassen und füge auch diese Gedanken hier noch einmal für euch ein:

Es war Liebe auf den ersten Blick als wir am Wilderness Beach House ankamen. Die etwas außerhalb des Ortes auf einer Anhöhe gelegene Unterkunft punktet mit einer schönen Außenanlage und dem traumhaften Blick auf Strand und Meer. Hier macht es Spaß, sich  einen Stuhl zu nehmen und einfach nur den Ausblick zu genießen.

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Auch wenn es keine ausgewiesenen Familienzimmer gibt, sind Kinder hier willkommen. Das elterliche Doppelzimmer wird einfach mit einer zusätzlichen Matratze ausgestattet und ist sodann familientauglich. Zum Frühstück gibt es u.a. frischgebackene Muffins und Obstsalat. Abends wird teilweise ein Abendessen angeboten. Extrem lecker ist die Holzofenpizza mit Belag nach Wahl.

Wenn ihr nicht selbst kochen möchtet, seid ihr ansonsten auch im Beejuice Cafe gut aufgehoben, das sich in einem alten Bahnhofsgebäude befindet. Sowohl drinnen wie auch draußen lässt es sich gemütlich sitzen. Es gibt eine feststehende Karte und ein wechselndes Menü. Letzteres wird anhand einer großen Tafel erläutert, die zu diesem Zweck an den Tisch gebracht wird. Sehr praktisch: Es gibt einen kleinen Spielplatz u.a. mit Trampolin.

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So schön es ist, Wellen und Strand von der Terrasse aus zu beobachten (extrem entspannend), irgendwann solltet ihr euch diesen auch aus der Nähe anschauen. Prinzipiell gibt es mit dem Kinderwagen in Wilderness keine Probleme. Zwei Herausforderungen gibt es aber doch : Beim Überqueren der Fernstraße sind die hohen Bürgersteige nicht zu unterschätzen. Es gibt zwar eine Art Schleichweg unter der Straße (Eingang bei der Tankstelle), aber auch dieser erfordert ein gewisses Handling. Zum Strand geht es fast überall. Haken: meist über eine Treppe. Doch sowas kann euch -genau wie uns- natürlich nicht aufhalten. Mit vereinten Kräften (ich muss zugeben bei uns waren es meist nur Helmuts Kräfte) lässt sich der Wagen schnell runtertragen. Reizvolle Alternative (abhängig von Alter und Gewicht des Kindes): Tragetuch oder Manduca. So lässt es sich auch mit den Füßen im Wasser den Strand entlanglaufen.

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Falls ihr euch doch selbst verpflegen wollt oder einfach was für das Baby oder Drogerieartikel oder was auch immer braucht, bei Spar werdet ihr es finden. Der Supermarkt befindet sich im kleinen Ortszentrum jenseits der N2 und ist z.B. vom Beach House fußläufig erreichbar. Außerdem gibt es dort eine Post und verschiedene kleine Läden.

Plettenberg

Die Abfahrt aus Wilderness war etwas hektisch verlaufen. Der Baz Bus kam zu früh, wir hatten noch nicht fertig gepackt und dann raffte jeder irgendetwas an sich. Bereits im Bus beschlich mich das ungute Gefühl, dass wir etwas vergessen haben könnten. In Plettenberg angekommen hatten wir Gewissheit : ein Rucksack fehlte. Wir wollten am nächsten Tag weiterfahren und nun ging die Telefoniererei los. Es stellte sich heraus, dass der Rucksack tatsächlich noch in Wilderness geblieben war. Nach noch mehr Telefonaten war dann auch abgemacht, dass der Rucksack am nächsten Tag mit dem Baz Bus nachreisen würde. Wir waren zudem sehr froh, dass wir den Rucksack mit den Kinderklamotten mitgenommen hatten und nur der Rucksack mit unseren Sachen zurückgeblieben war.  Im Nothando Backpackers wurde uns ein wunderbares Abendessen serviert und wir konnten über das Hostel unseren Ausflug zum Elephant Sanctuary klarmachen. Nach dem Frühstück wurden wir am nächsten Tag von unserem Fahrer abgeholt und zum Elephant Sanctuary gebracht. Wir hatten dort die Gelegenheit, mehr über die symphatischen Dickhäuter zu lernen und Hand-in-Rüssel mit einem Elefanten zu laufen.

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Storms River

Die nächste Etappe erschien mir plötzlich zu lang und so planten wir spontan um. Es ging also nicht direkt nach Port Elizabeth, sondern zunächst nach Stormsriver im Tsitsikamma Nationalpark. Zwar hieß dies weg von der Küste und vom Strand, aber wir bereuten dies nicht. Es war schön, mal in eine ganz andere Landschaft einzutauchen.Der Tsitsikamma Nationalpark war bis 2009 ein eigenständiger Nationalpark und gehört mittlerweile zum Gardenroute-Nationalpark. Es gibt dort den letzten Urwald Südafrikas , wunderbare Wandermöglichkeiten, viele Bäche und Flüsse und eine große Artenvielfalt an Tieren. Wir kamen abends im Dijembe Backpackers an und wurden abermals herzlich in Empfang genommen. Erste Feststellung: wir waren in der Natur angekommen. Zweite Feststellung: Das Abendessen war schon vorbei. Bei aller Natur drumherum gelang es uns mit Hilfe des freundlichen Teams aber doch noch eine Pizza zu bestellen. Die Unterkunft ist ziemlich alternativ, aber einzigartig. Kinder sind vor allem von der Hausziege Baz begeistert, die dann und wann auch mal in den Gästezimmern nach dem Rechten schaut. Die Küche ist nach oben teilweise offen und morgens kann man sich Pfannkuchen backen. Die Zimmer selbst sind sehr individuell und naturverbunden gestaltet. Wir fanden die Betten sehr bequem. Auf der oberen Terrasse gibt es außerdem ein Jacuzzi mit genialem Ausblick. Wir fanden die Unterkunft für Kinder sehr geeignet und haben bedauert, dass wir bereits am nächsten Tag unsere Reise fortsetzen mussten. Die Weiterfahrt erfolgte allerdings nicht mit dem Baz Bus, da an diesem Tag keine Abfahrt war, aber unser Gastgeber brachte uns gegen ein überschaubares Entgelt mit seinem Fiat Panda (!) nach Port Elizabeth.

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In Teil 2 geht es dann nach Port Elizabeth, den Addo Nationalpark, nach Jeffreys Bay, Knysna und Victoria Bay. Außerdem geht es um unsere Erfahrungen mit dem Baz Bus während unserer Reise und unsere Learnings, die wir rückblickend von der Reise mitgenommen haben.

 

4 Kommentare

  1. Sehr sehr interessanter Bericht über eure Südafrika-Reise. Ich würde mich so etwas nie trauen, deshalb bewundere ich Menschen wie euch. Aber ein schönes Beispiel dafür, dass man die Elternzeit auch anders verbringen kann.

    Liebe Grüße
    Anke

    • letsfindtiggy sagt

      Liebe Anke ! Danke für dein Lob :). Wir hatten auch am Anfang ein wenig Bedenken, aber es lohnt sich. Allerdings darf man sich nicht von den Skeptikern, die es auch gibt, kirre machen lassen. Ich sage immer: Wenn es sich für uns richtig anfühlt, dann wird es das Richtige sein.

  2. Das klingt wirklich super spannend und nach einer tollen Erfahrung für euch alle. Schön, dass ihr euch von den kritischen Stimmen nicht habt abhalten lassen. 🙂

    Herzlich
    Anna

    • Sabrina sagt

      Liebe Anna, danke für deinen Kommentar :). Wir hätten tatsächlich viel verpasst, wenn wir uns hätten bange machen lassen. Es hat sich aber so richtig angefühlt, dass es einfach nicht falsch sein konnte. Es war eine tolle Zeit, die uns als Familie wirklich viel gebracht hat. Liebe Grüße -Sabrina-

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