Reisen allgemein, Unterwegs
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Wohin kann ich überhaupt noch reisen ?

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Diese Frage stelle ich mir in diesen Tagen häufiger. Nein, das liegt nicht nur an politischen Entwicklungen in einigen Regionen, das liegt auch an meiner persönlichen Situation.

Lets-find-Tiggy ist entstanden, weil ich andere Eltern zum Reisen mit Kindern ermutigen, ihnen die Angst nehmen wollte.

Und nun mal Hand aufs Herz. Gibt es in diesem Zusammenhang nicht vieles, wovor ich selbst Angst habe ?

Bei genauer Betrachtung ist das definitiv so. Klar, wir haben mit unseren Kindern schon Reisen unternommen, die andere als abenteuerlich bezeichnen würden, aber wo sind unsere Grenzen und wie geht es mir als Reisejunkie damit ?

Ich liebe das Reisen und kann auf so ziemlich alles andere verzichten, solange man mich weiter reisen lässt. Kleidung, Autos, technische Geräte und viele andere materielle Güter sind mir nicht wichtig. Aber aufs Reisen verzichten  – schwerlich.

Nun bin ich ein sehr neugieriger Mensch und will viel sehen von der Welt.

Meine Bucketlist ist superlang und ich bin für nahezu jede Reise zu haben. Was mich persönlich betrifft, bin ich dabei auch bereit, manches Risiko in Kauf zu nehmen. Was ist im Leben schon ohne Risiko ?

Aber es gibt da  eben nicht mehr nur mich.

Ich bin mittlerweile verheiratet und Mama zweier (meist) zauberhafter Kinder. Für die Kids trage ich -wie alle Eltern für ihre Kinder – eine Menge an Verantwortung. Sie sollen in Sicherheit aufwachsen können und natürlich sollen sie auf keinen Fall krank werden (die- gefühlt wöchentlich- aus dem Kindergarten eingeschleppten Erkrankungen lassen wir hier mal besser außen vor).

Ich fahre mit meinen Kindern in kein Zielgebiet, in denen sie zum Opfer instabiler politischer Verhältnisse werden könnten.

Oder Denguefieber, was habe ich Angst, dass meine Kinder an Denguefieber erkranken könnten. Als wir nach einem Ziel für unsere Elternzeitreise gesucht haben, hatte ich irgendwann das Gefühl, dass es auf diesem Erdball nahezu keine denguefieberfreien Regionen mehr gibt. Und ja, bei Südafrika haben wir uns auch für die harmlose Variante entschieden. Alle Gebiete, in denen Malaria ein Thema hätten sein können, haben wir tunlichst gemieden. Und richtig, nach Johannesburg habe ich mich mit den Kindern auch nicht getraut.

Wie entscheide ich nun, was mit den Kindern geht und was nicht geht ?

Ich höre auf mein Bauchgefühl und hoffe, dass es recht behält. Manchmal sagt mein Bauch auch, dass alles gut gehen wird, aber dann entpuppt sich der Mann an meiner Seite als Bedenkenträger. In solchen Situationen reagiere ich meist zunächst sauer und uneinsichtig. Im Endeffekt macht es aber keinen Sinn, gemeinsam irgendwo hinzufahren, wenn sich mindestens einer nicht damit wohlfühlt.

Ich kann doch auch alleine fahren ?

Klar – mache ich hin und wieder ja auch. Aber auch da zeigt sich, dass ich weniger mutig geworden bin, weil ich an die Verantwortung denke, die ich gegenüber meiner Familie trage. dazu gehört, dass ich wohlbehalten von meinen Alleingängen zurückkomme. Die Überlegungen (politische Lage/Gefahr von Erkrankung/alleine reisen als Frau) sind dann ähnlich, wie wenn wir als Familie unterwegs sind.

Das ist oft gar nicht so einfach, diese beiden Dinge unter einen Hut zu kriegen, meine unbändige Neugier auf diese Welt und die Verantwortung für mich und meine kleine Familie.

Wieviel Sicherheit ich brauche und wieviel Mut ich brauche und haben darf – ich bin noch dabei es herauszufinden.

Wir werden weiterhin unsere Reiseentscheidungen gemeinsam treffen und ich werde mich bemühen, auf etwaige Bedenken meines Göttergatten angemessen zu reagieren.

Was steht als nächstes an ?

In den nächsten Wochen werde ich mit Emmy aufbrechen zu einer Transatlantikkreuzfahrt nach Brasilien. Ich freue mich schon sehr darauf – ich war noch nie in Südamerika – habe aber auch schon ein wenig Respekt vor allem, was auf uns beide zukommt. Aber auch in diesem Fall hat sich die unbändige Lust zum Reisen letztlich durchgesetzt.

Was wir auf unserem Weg nach Brasilien und in Salvador erleben werden, kannst du demnächst hier auf dem Blog nachlesen.

Und wenn du lesen möchtest, was eine sehr mutige Mutter mit ihrem Sohn gerade auf einer Reise mit offenem Endzeitpunkt erlebt, dann schau einmal auf www.freileben.net vorbei.

4 Kommentare

  1. Liebe Sabrina,
    ich kann dich da sehr gut verstehen – das geht mir ganz ähnlich und das ist auch der Grund, warum ich bisher nicht mit meinen Kindern in meinem geliebten Afrika war. Natürlich kann man beim Reisen nie alle Risiken ausschließen (das kann man daheim auch nicht) – aber das Thema Sicherheit bekommt für mich beim Reisen mit Kindern eine neue Bedeutung. Für mich ist dabei eine Kombination aus umfassenden Informationen und Bauchgefühl schlussendlich entscheidend – aber das ist manchmal gar nicht so einfach. Ich bin schon gespannt auf deine Berichte aus Brasilien! 🙂

    • Sabrina sagt

      Liebe Antje, das stimmt – Vorabinformation über das Zielgebiet ist auch wichtig. Das fängt manchmal ja schon bei den Besonderheiten bei der Einreise an, speziell zu werden. Im Hinblick auf Brasilien gab es da bei mir zunächst auch einige Verwirrung (was reise ich auch alleine mit Kind und hab so einen überflüssigen Doppelnamen 😉 ).

  2. Hella Binder sagt

    Hallo,
    ich bin ja schon Oma, würde unsere Enkelkinder aber auch mitnehmen. Zur Zeit noch nicht aktuell, da unser Cucu (Enkelkind auf indonesisch) erst 2 Jahre alt ist und noch nicht alleine mit uns fliegen würde.
    Wir sind mit unseren Kindern viel unterwegs gewesen – allerdings aus finanziellen Gründen hauptsächlich in Europa und Amerika. Kinder werden durchs Reisen weltoffener, lernen verschiedene Kulturen kennen und später schätzen sie vielmehr die Vorzüge des Lebens in Westeuropa (umfassende Ausbildung, Gesundheitsvorsorge, relativ saubere Umwelt). Allerdings hatte unsere Tochter dann kein Verständnis mehr für die ewigen Noergler in ihrem Umkreis.
    Ein wenig rumhoeren, aufs Bauchgefuehl achten und bei Bedarf das Ziel kurzfristig aendern.

    Weiterhin viele schöne Reisen mit den Kindern. Die Zeit vergeht so schnell. Auf einmal sind sie 17 und wollen alleine losziehen. Also genießt es!
    Lg

    • Sabrina sagt

      Liebe Hella, vielen Dank für deinen Kommentar. Das freut mich immer ganz besonders, wenn auch die Omas und Opas sehen, das Reisen den Kindern gut tut und sie in ihrer Entwicklung voran bringt. Dann wünsche ich dir -sobald das Enkelchen startklar ist- ganz tolle gemeinsame Reisen!
      Alles Gute für dich und liebe Grüße, Sabrina

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