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Wo Reiselust und Reisemüdigkeit aufeinandertreffen

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Ist es in Ordnung, mit nur einem Kind durch die Weltgeschichte zu reisen und dabei auch den angetrauten Mann in der Heimat zurückzulassen ? Spricht etwas dagegen, sich als Eltern einmal eine Auszeit zu nehmen und die geliebten Kinder für ein ganzes Wochenende bei Oma und Opa unterzubringen ?

Wir sind viel gereist in den letzten fünf Jahren. Während bis Anfang letzten Jahres insbesondere Südeuropa unser Hauptreiseziel war, geht es nunmehr öfter auch mal weiter weg.

Seit Ende letzten Jahres gibt es eine neue Kategorie hier auf dem Blog – „Felibrina“.

Dort geht es um alle Reisen, die ich gemeinsam mit meiner Tochter Felicia ( auf dem Blog aka Emmy) unternehme. Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass ich derzeit gehäuft mit ihr alleine unterwegs bin und zudem angekündigt habe, dies auch in diesem Jahr öfter mal zu sein.

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Was ist passiert ?

Keine Angst – wir lassen uns weder scheiden, noch ist es zu einem Zerwürfnis innerhalb der Familie gekommen.

Während die „Frolleins“ (O-Ton mein Sohn) das Unterwegssein genießen, sind die Herren der Familie derzeit einfach etwas reisemüde.

Helmut ist in den letzten fünf Jahren wahrscheinlich soviel gereist, wie in den vorhergehenden Jahrzehnten seines Lebens nicht.

Wenn der Reisemuffel (sehr liebevoll gemeint) mit dem Reisejunkie…

Ich glaube, er ahnte 2010 nicht, worauf er sich da einlässt. Bei genauer Beobachtung hätte mein Mann und Ex-Kollege aber durchaus feststellen können, das Frollein Müller auch zu Bonner Zeiten eifrig das Reisen praktizierte. Tolle Reisen haben wir bisher gemacht und es hat uns auch immer allen gefallen. Klar war ich diejenige, die jedesmal ankam „Wir könnten doch…“, „Wollen wir nicht …“, „Ich habe da mal was gebucht…“.Gefallen hat es dann aber allen.

Gerade Reisen wie unsere Andalusienreise mit dem Linienbus, Rucksack und einjährigem Kind, sind uns gut im Gedächtnis geblieben. Wenn ich gerade mal wieder ein bestimmtes Photo suche, finden wir uns oft gemeinsam vor den Bildern wieder und schwelgen in Erinnerungen. Trotz allem glaube ich, dass mein Mann noch heute oft fassungslos ist, wie man so reisebegeistert sein kann. Reisen planen, Reisen nachbereiten und unterwegs sein – ja, ich liebe das Reisen und möchte noch viel mehr von unserer schönen Welt sehen !

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Seit September arbeitet Helmut nach längerer Elternzeit wieder in Teilzeit neben der Elternzeit.

Das macht er, damit ich beruflich etwas kürzer treten konnte und mehr Zeit mit unseren wunderbaren Kindern verbringen kann. Dafür fährt er jede Woche drei Tage von Kassel nach Bonn und übernachtet in Hotels und sonstigen Unterkünften. Er ist also jede Woche unterwegs. Seither ist die Lust, sich in der verbleibenden Zeit von der Heimat wegzubegeben, eher wenig ausgeprägt. Ich kann das – wenn es bei mir auch wohl trotzdem anders wäre – verstehen.

Mein Sohn geht mittlerweile in den Kindergarten.

Er ist zudem ein echter Nordhesse (ich werde mich nie an die ahle Wurscht gewöhnen) und sehr heimatverbunden. Im Moment ist er einfach gerne in Vellmar und möchte nicht hinaus in die Welt. Wir werden sehen, wie das weitergeht.

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Nun könnten wir alle das Reisen für eine Weile einstellen – theoretisch.

Praktisch ist dies natürlich keine Lösung. Ich würde jämmerlich eingehen. Es macht aber auch keinen Sinn, die Restfamilie zum Reisen zu nötigen. Es mag jeder nach seiner Fasson seelig werden. Zudem haben wir es nicht mit einer totalen Reiseverweigerung zu tun, nur das viele Reisen, das vertragen nicht alle Familienmitglieder so gut wie ich.

Es wird Reisen mit der ganzen Familie geben in diesem Jahr.

Juist im Sommer und Marokko zu meinem Geburtstag stehen auf dem Programm. Ich freue mich darauf, wieder einmal mit der ganzen Bande unterwegs zu sein. Ich genieße aber auch die intensive Zeit mit der kleinen Felicia, wenn wir alleine auf Reisen sind. So war beispielsweise unsere Reise nach Marokko eine tolle Erfahrung. Natürlich vermisse ich die Daheimgebliebenen und auch die beteuern, dies umgekehrt zu tun. Mein Sohn gibt vor der Reise Bestellungen für potentielle Mitbringsel auf und hat ansonsten verstanden, dass ich ihn über alles liebe und deswegen (so es in meiner Macht steht) immer wieder zu ihm zurückkommme, egal, wohin auf der Welt ich mich während meiner Reisen begebe. Mit ihm alleine unternehme ich manchmal kleine Städtetrips. Ende September haben wir in Hamburg au einem Hosteldach gezeltet und im März steht ein gemeinsamer Besuch in Köln bei seiner Tante an.

 

Mit zwei Kindern und Job bleibt nicht viel Zeit als Paar. Die räumliche Trennung in der ersten Hälfte der Woche macht es nicht besser. Deswegen müssen wir, der Göttergatte und ich, manchmal auch einfach mal raus. Im Oktober haben wir unser fünfjähriges Jubiläum für eine kurze, kinderlose Flucht nach Hildesheim genutzt. Der geliebte Nachwuchs weilte währenddessen bei Oma und Opa. Geht auch in Ordnung- finde ich.

Photo: Fotohaus Ohl

Photo: Fotohaus Ohl

Was sind die nächsten Pläne ? Ende Februar fliege ich mit Felicia für einen Wochenendtrip nach Mallorca und treffe Christin von Tiny Traveler, für die das die erste Flugreise mit ihrem jüngsten Nachwuchs sein wird. Über Ostern sind Felicia und ich dann gemeinsam mit meiner kleinen Schwester in der Türkei unterwegs. Istanbul, Izmir und Antalya werden Stationen unserer Reise sein. Ich habe danach noch einige Tage Urlaub und überlege derzeit, mal nur mit den Männern der Familie etwas Kleines zu unternehmen. Unserem Großen tut es nämlich manchmal auch noch ganz gut, wenn er Mama und Papa auch mal für sich alleine hat.

Was sonst noch so alles passiert (einige Pläne habe ich ja schon angesprochen), wird davon abhängen, wieviel Zeit und auch Geld zum Reisen bleibt. Ich persönlich bleibe dabei, dass ich lieber in Reisen investiere als in teure Kleidung, Autos (nein, weder schaffen wir uns in diesem Jahr ein Auto an, noch mache ich endlich einen Führerschein) oder Technik.

Wie ist das bei euch – seid ihr auch mal nur mit Teilen der Familie unterwegs ? Wie geht es euch dabei ?

10 Kommentare

  1. Ich finde es absolut wichtig wenn man sich mal eine kurze Auszeit von den Kindern nimmt, weil die Paarzeit ist sehr wichtig für die Beziehung. Wir waren bisher zweimal für ein Wochenende weg und haben uns in den 2-3 Tagen einmal Hamburg und einmal Paris angesehen. Unser großer war letztes Jahr in den Herbstferien das erste mal alleine mit seiner Oma für eine Woche weg. Ansonsten reisen wir gerne alle zusammen wobei die Initiative meistens von mir ausgeht. Ich liebe es aber auch Ideen von meiner Frau aufzugreifen und daraus eine Reise zu machen. Am Ende sind dann alle sehr zufrieden und wir erinnern uns sehr gerne an unsere bisherigen Reisen.

    • Sabrina sagt

      Die Variante, dass die Großeltern mit dem/den Kind(ern) unterwegs sind, hatten wir bisher noch nicht. Kann ich mir, da Oma,Opa und Enkel ein eingespieltes Team sind, aber auch gut vorstellen.

  2. Interessant, deine Sicht zu lesen, die ich gut nachvollziehen kann. Was irgendwie offen bleibt, ist: wo ist denn dein Sohn wenn du weg bist und dein Mann pendelt?

    Lg
    Heike

    • Sabrina sagt

      Das kommt darauf an, wie lange ich unterwegs bin: 1) Längere Abwesnheiten: Der Göttergatte nimmt Urlaub und verbringt diesem mit dem Großen daheim. 2) Kurze Fluchten: Meine Abwesenheit fällt auf Tage, in denen der Göttergatte ohnehin hier vor Ort ist (er pendelt nur Montag bis Mittwoch). 3) Göttergatte und ich flüchten kurz mal gemeinsam : Mein unendlicher Dank gilt den im Nachbarhaus wohnenden Großeltern.

  3. Julia sagt

    Hach, liest sich das schön!!! Weiter so – das Leben ist viel zu kurz, um Träume zu verschieben. Wie oft höre ich „ach, du hast’s gut, du packst deinen Rucksack, reist in ferne Länder u erlebst so viel – das hätte ich ja auch gerne!“. Dann erwider ich immer „Warum tust Du es dann nicht?“ Tja, da fällt den meisten nur „Das geht halt nicht.“ Ein. So ein Quatsch – wo ein Wille, ist auch ein Weg. 🙂
    Ich bin letztes Jahr mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis nach Peking (mit vielen Zwischenstopps in Russland/Sibirien, Mongolei) gewesen – das wäre auch was für eine Reise mit Kind! Ich hab mich selten sooo sicher u willkommen gefühlt wie dort u die Gerüchte, dass es für Frauen gefährlich ist, ist ein absolutes Gerücht!!!!!!

    Lag Julia

    • Sabrina sagt

      Vielen Dank ! So sehe ich es auch – manchmal muss man einfach machen und die Zweifler Zweifler sein lassen. Die Tour mit der Transib klingt total spannend. Der Kommentar birgt natürlich das Potential in sich, neue Reiseideen in meinem Kopf entstehen zu lassen. Naja, alles der Reihe nach. Dieses Jahr stehen erstmal andere Dinge an. Aber dann weiß ich ja jetzt, wen ich befragen kann, wenn es dann irgendwann akut wird.

  4. Hallo Sabrina,
    Das klingt nach sehr spannenden Plänen für dieses Jahr!
    Bei uns ist leider noch keine exklusive Paarzeit möglich, da ich noch stille. Aber wir arbeiten dran und ich freue mich auf die erste Nacht mal wieder nur zu zweit 🙂
    Zur Zeit reisen mein Mann, meine Tochter und ich im camper durch Marokko (vielen dank schon mal für die tollen Tipps). Mein Mann arbeitet tagsüber im camper oder in einem netten Café, so dass ich mit meiner kleinen dann kurzzeitig alleine unterwegs bin. Noch probieren wir aus, wie es am besten klappt.
    Liebe Grüße,
    Anke

    • Sabrina sagt

      Liebe Anke, das hört sich doch spannend an ! Ich wünsche euch eine tolle Zeit in Marokko. Die Wintermonate sind für eine solche Reise wirklich ideal. Genießt es !

  5. Ach, wenn das alles so klappt .. wieso nicht?
    Ich habe das Pech, dass die Großeltern, die vor Ort sind, noch arbeiten. Da ist nicht viel mit abgeben. Aber immerhin, diesen Samstag waren wir zum ersten Mal seit über 5 Jahren zusammen im Kino (ohne Kinder) 🙂
    Aber schon um 11:40 Uhr, dass wir auch schnell wieder zu Hause sind … nun ja.
    Viel Spaß bei den Mädelztouren,
    Marc

    • Sabrina sagt

      Dann war es doch fast auch schon egal, welcher Film lief- oder ? Ja, mit den nicht mehr berufstätigen Großeltern nebenan haben wir großes Glück. Ohne deren unermüdlichen Einsatz würden wir manchmal ziemlich alt aussehen.

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