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„Was gefällt euch denn am besten in Istanbul ?“

Istanbul

Diese Frage bekamen wir gestellt, als wir gerade einmal fünf Minuten zuvor unser Hotel für einen ersten Entdeckungsgang verlassen hatten. Ich muss vielleicht noch hinzufügen, dass wir während dieses Kurzinterviews für ein Schulprojekt gefilmt wurden.

Wir sagten die Warheit und nichts als die Wahrheit, nämlich dass wir noch nichts in Istanbul aus persönlicher Anschauung kannten. Ich sagte aber auch – und das meinte ich auch so- , dass ich bereits das Gefühl habe, dass Istanbul mir recht gut gefallen könnte. Ich sollte mit dieser Einschätzung mehr als richtig liegen.

Über Istanbul wurde bereits sehr viel geschrieben. Ich sehe es daher nicht als meine Aufgabe an, das Rad neu zu erfinden. Mir geht es auch nicht um das Weitersagen neuester Geheimtipps. Ich will vielmehr in diesen Tagen, in denen die Stadt unter den Auswirkungen der Anschläge in den letzten Monaten leidet, daran erinnern, welche Schönheiten Istanbul bereithält und warum es sich  lohnt, der Metropole einen Besuch abzustatten.

Die Infrastrukur Istanbuls ist gut ausgebaut, man kommt schnell überall hin und es gibt Verkehrsmittel jeglicher Art. Ich schätze es, wenn ich Dinge auch fußläugfig gut erreichen kann. Aus diesem Grunde habe ich mit dem Hotel Amira eine Unterkunft ausgewählt, die in der Nähe wichtiger Punkte liegt und ansonsten eine gute Anbindung an das Verkehrsnetz bietet. Mehr zum Hotel kannst du hier lesen.

Unser Liebling – die Sultan-Ahmet-Moschee

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Bei den touristischen Sehenswürdigkeiten hat sich bei uns sehr schnell die Sultan-Ahmed-Moschee, auch bekannt als die Blaue Moschee, als Liebling herausgestellt.

Bereits ihre äußere Erscheinung ist sehr eindrucksvoll, egal von wo man sich nähert. Wir haben sehr gerne im Innenhof gesessen. Bei einer Besichtigung von innen kann man ein tolles Licht erleben (es gibt 260 Fenster). Ihren Beinamen verdankt sie den blauen Kacheln, die in der Kuppel und im oberen Teil der Mauern eingearbeitet sind. Eine weitere Auffälligkeit sind ihre sechs Minarette (üblich sind vier). Dies soll daher rühren, dass der Sultan beabsichtigte, die Minarette der Moschee aus Gold errichten zu lassen. Der Architekt habe jedoch statt „altın“ für Gold  „altı“ für die Zahl sechs verstanden und daher die Moschee mit sechs Minaretten versehen. Dies führte sodann dazu, dass der al-Haram Moschee in Mekka ein siebtes Minarett gestiftet werden musste, damit diese wieder die Moschee mit den meisten Minaretten war.

Die Moschee kann von innen nur außehalb der Gebetszeiten besichtigt werden (geöffnet für Besucher 08:30-11:30 13:00-14:45 15:45-17:00 , freitags abweichend). Es wird kein Eintritt erhoben, man kann jedoch beim Verlassen eine Spende abgeben. Auf züchtige Bekleidung wid eindringlich geachtet. Wer als Frau keinen Schal oder kein Tuch für die Bedeckung des Kopfes mit sich führt, bekommt vor Betreten der Moschee eines ausgehändigt. Wer einen Rock oder eine enganliegende Hose trägt, bekommt zudem eine Art langen Rock zum Überziehen ausgehändigt.

Kitsch, der das Herz zum Überlaufen bringt

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Das Herz ging uns auf, als wir die Sultan-Ahmet-Moschee am Abend beleuchtet erlebten. Und, sorry jetzt wird es kitschig – aber so schön: Auf dem Sultan-Ahmet-Platz zwischen Sultan-Ahmet-Moschee und Hagia Sophia gibt es einen Brunnen, dessen Fontänen abends bunt beleuchtet werden. Je nachdem auf welcher Seite des Brunnens man sich befindet, kann man dann die beleuchtete Sultan-Ahmed-Moschee oder die beleuchtete Hagia-Sophia mit einem schönen Farbspiel im Vordergrund erleben. Und bevor jemand fragt: nein, es gab keine musikalische Untermalung, zumindest nicht als wir dort waren. Auch wenn es absolut kitschig ist, lege ich doch jedem an Herz, sich dieses abendliche Schauspiel einmal anzusehen.

Sülemanye Moschee – Weitblick inklusive

Wenn ihr eine weitere sehr schöne Moschee erleben wollt, so bietet sich die Sülemanye Moschee dafür an. Das imposante Gebäude thront auf einem Hügel über der Altstadt. Ein gelungener Nebeneffekt der erhöhten Lage ist die tolle Aussicht auf Altstadt und Wasser.

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Palast der Mosaike mit Panoramablick

Atemberaubend schöne Momente hatten wir auch bei der Besichtigung des Topkapi Palastes. Ich muss jedoch gestehen, dass mein Interesse weniger Schmuck und Waffen galt. Mir hat es die Architektur und die liebevolle üppige Gestaltung der Räume angetan. Ich habe mich verliebt in zauberhafte Mosaikfliesen, deren Schönheit sich auf einem Photo leider immer nur unzureichend einfangen lässt. Stundenlang hätten wir allein in der Außenanlage herumwandeln können, die in mehrere Höfe aufgeteilt ist. Von den Terrassen hat man einen einmaligen Blick auf die Stadt und den Bosporus. Der Eintritt kostet 30 TL, wer auch den Harem besichtigen will, muss noch einmal 15 TL drauflegen.

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Der Blick vom Wasser

Nach so vielen schönen Ausblicken von oben ist es an der Zeit, Istanbul einmal vom Wasser aus zu betrachten. Ein Unterfangen, das sich gleichermaßen lohnt. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die wohl kostengünstigste Option ist eine Fährüberfahrt von der europäischen Seite auf die asiatische Seite der Stadt. Die Fahrt von Eminönü nach Üsküdar kostet gerade einmal 4 TL / one way und dauert 20 Minuten. Wer etwas mehr Zeit auf dem Wasser verbringen möchte, kann eine der mehrstündigen Bosporustouren buchen. Man sollte ein wenig auf die Größe des Schiffes achten, damit die Fahrt nicht zu schaukelig wird, das gilt natürlich vor allem dann, wenn man ohnehin einen empfindlichen Magen hat. Wir haben uns für die zweistündige Tour um 14:30 Uhr entschieden und fanden dies von der Länge der Fahrt her genau richtig.

Die Galatabrücke kann man dann auch mal eben kurz zu Fuß überqueren und den herumstehenden Anglern dabei zusehen, wie sie auf den großen Fang warten.

Balik Ekmek in Eminönü

„Fischbrötchen ?“ „Klar“. In Eminönü gibt es links neben der Galatabrücke ein paar sehr touristisch anmutendende Fischbuden, wo man für 8 TL Balik Ekmek essen kann. Nachdem wir an einem niedrigen Holztischchen auf winzigen Schemeln Platz genommen hatten, mussten wir feststellen, dass wir tatsächlich die einzigen offensichtlichen Touristen am Stand waren. Kein Wunder, dass der werbende Verkäufer so verdutzt reagierte, als wir sofort auf sein Angebot ansprangen. War lecker und hat wirklich gut gesättigt – kann man gut essen !

Apropos Fisch : In einem meiner nächsten Artikel werde ich ein Fischrestaurant in Sultanahmet vorstellen.

Wer übrigens wie wir von Istanbul aus vom Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen weiterfliegt, kann den Shuttlebus der Firma Havatas vom Taksim Platz aus nehmen. Der Bus fährt alle halbe Stunde und kostet one way 14 TL – eine recht preiswerte Alternative zum Taxi.

Wir haben unsere Zeit in Istanbul sehr genossen und ich habe eine weitere Stadt zu meiner „Da-muss-ich-wieder-hin-Liste“ hinzufügen können.

 

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