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40 Stunden in Santiago de Compostela

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Lohnt es sich, mit einem Kleinkind für gerade einmal 40 Stunden Aufenthalt in die galizische Hauptstadt Santiago de Compostela zu fliegen ?

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Und wie es sich lohnt. Man muss nicht als Pilgerer den Jakobsweg gegangen sein, um dem Zauber der Stadt zu erliegen. Gerade einmal 40 Stunden (Zeiten am Flughafen nicht mitgezählt) hatten wir, um herauszufinden, ob sich Santiago de Compostela für einen Städtekurztrip eignet.

Hinkommen

Es sind nicht viele Fluglinien, die Direktflüge von Deutschland aus anbieten. Die Flüge gehen dann entweder ab Berlin oder aber -wie in unserem Fall – ab Frankfurt-Hahn.

Wer keine Berührungsängste mit Ryanair hat, kann von dort aus günstig nach Galicien fliegen. Wir haben für Hin- und Rückflug für Felicia und mich zusammen 119 Euro bezahlt, wobei wir nur mit Handgepäck geflogen sind. Es scheint aber – je nach Reisedaten- noch günstiger zu gehen. Geflogen wird in beide Richtungen am Montag, Donnerstag und Samstag.

Vom Flughafen in die Stadt

Die Anbindung vom Flughafen in Santiago de Compostela in Zentrum der Stadt ist sehr gut. Es gibt einen Bus der Firma Freire, der etwa alle halbe Stunde abfährt und auch etwas über eine halbe Stunde braucht. Der Preis für die einfache Fahrt liegt bei 3 Euro. Wer nicht am Busbahnhof oder Bahnhof zwecks Weiterfahrt aussteigt, sondern Richtung Altstadt möchte, der sollte zur Plaza Galicia fahren.

Park La AlamedaDSCN0415

Von dort ist es nur wenige Schritte bis in die Altstadt. An die Gassen der Altstadt angrenzend befindet sich der Park La Alameda, in dem es unter anderem (daher auch der Name) eine Pappelallee gibt, auf der es sich schön laufen lässt.

Hostal Alfonso

Wir hatten unser Quartier fast direkt neben dem Park aufgeschlagen. Das Hostal Alfonso zeichnet sich insbesondere durch die Herzlichkeit seiner Betreiber aus, die rund um die Uhr erreichbar sind und jederzeit gute Tipps für Unternehmungen jeder Art parat haben. Es gibt nur sechs Zimmer. Unser Zimmer war irgendwie kuschelig – ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben soll. In warmen Farben gehalten mit Holzbalken an der Decke und einem stillgelegten Kamin, der nunmehr Teil des Raumes geworden war. Ich lasse an dieser Stelle vielleicht einfach mal Bilder sprechen:

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Ein besonderes Highlight war natürlich, dass aus dem Fenster die Kathedrale zu sehen war.

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Das Frühstück fällt üppig aus, hier startet niemand hungrig zur Stadterkundung. Die Eier, die je nach Wunsch zubereitet werden, stammen von den eigenen Hühnern.

Die Altstadt

Die Altstadt von Santiago de Compostela gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Es macht Spaß, sich in den Gassen treiben zu lassen und irgendwie immer wieder in der Nähe der Kathedrale anzukommen, die das Ziel der Pilgerer aus allen Richtungen des Jakobswegs ist.

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Die Kathedrale

Man sollte mehr als einmal in die Kathedrale hineingehen, um die spezielle Atmosphäre zu spüren und auf sich wirken zu lassen. Im Bereich des Hochaltars gibt es eine Figur des Heiligen Jakobus, hinter der man emporsteigen kann, um sie zu umarmen. Täglich um 12 Uhr finden die sogenannten Pilgermessen statt.

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Der Botafumeiro

Ein besonderes Erlebnis, das man sich keinesfalls entgehenlassen sollte, ist eine Messe in der der sogenannte Botafumeiro zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um einen riesigen Weihrauchkessel (1,60 m), der zum Ende der Messse vor dem Altar pendelt, bis er beinahe an die Gewölbe des Querhauses stößt. Acht Männer sind nötig, um den Botafumeiro in Bewegung zu setzen. Wenn auch während der Messen Fotografieren und Filmen nicht erwünscht ist, so gibt es, wenn der Botafumeiro zum Einsatz kommt, kein Halten mehr. Alle wollen diesen einzigartigen Moment im Bild festhalten. Felicia war so begeistert, dass sie mir entwischte und von unserem Sitzplatz ziemlich weit hinten den Mittelgang in Richtung des Altares langlief, wo sie von mir ganz kurz vor Durchbrechen der Absperrung zum Altar wieder ergriffen wurde. (Wir wurden  in unserem Hotel am nächsten Tag gefragt, ob das das Mädchen aus der Kathedrale sei). Der Ausflug nach Santiago de Compostela bietet sich auch deshalb von Donnerstag auf Samstag an, weil der Botafumeiro im Jahr 2016 jeweils in den Messen am Freitagabend um 19.30 Uhr in Aktion zu sehen ist.

Die Heilige Pforte20160422_103750

Die Heilige Pforte ist eine besondere Tür der Kathedrale von Santiago de Compostela. Das Durchschreiten der Pforte soll die Pilger von der Sünde zur Gnade gelangen lassen. Eigentlich sollte die Pforte erst im Jahr 2021 wieder geöffnet werden. Jedoch hat Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen, weshalb die Pforte nunmehr bis zum 20. November 2016 geöffnet ist.

Café Literarios20160422_122840 DSCN0494 DSCN0497 DSCN0373

Steht man vor der heiligen Pforte so befindet sich rechterhand eine große Steintreppe. Geht man diese hinauf, so trifft man auf das Café Literarios, wohin wir selbst in der kurzen Zeit mehrfach zurückgekehrt sind. Bei gutem Wetter lässt es sich wunderbar vor dem Café sitzen und auf den Platz vor der Kathedrale blicken. Egal ob bei Milchkaffee und hausgebackenem Kuchen oder einem kühlen Bier oder einem Glas Wein zu einem Stück Tortilla – hier lässt es sich aushalten. Trotz der ausgezeichneten Lage sind die Preise sehr zivil. Das Lokal wird auch nicht nur von Touristen, sondern auch gerne von Einheimischen besucht. Bei nicht so gutem Wetter ist es im Innenraum auch sehr gemütlich.

Mercado de Abastos

In den Markthallen „Mercado de Abastos“ umschauen und sich einen Überblick über regionale Spezialitäten verschaffen.

Pulpo a la feiraDSCN0455

Abends kann man in der Ruá do Franco lecker speisen. Uns wurde das „El Rapido“ empfohlen. Dass Essen sei qualitativ gut und das Lokal sei nicht so touristisch. Der Pulpo a la feira war in der Tat sehr lecker, der Service top. Wir haben es nicht bereut, dieser Empfehlung gefolgt zu sein.

Entspannung

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Dieses wunderbare Gebäude gehört zur Universität von Santiago der Compostela. Verläßt man den Komplex wieder zur Straße hin, so findet sich direkt gegenüber ein Platz mit netten Cafés.

Es gibt zahlreiche Museen in der Stadt. Wir sind stattdessen umhergewandelt und ich habe versucht, die Atmosphäre in den Gassen in mich aufzunehmen und mich trotz unseres engen Zeitplans ohne Hast treiben zu lassen.

Fazit

Es lohnt sich, Santiago de Compostela einen Besuch abzustatten. Wer nur einen kurzen Besuch einschieben kann, der sollte von Donnerstag bis Samstag fahren. Keine Sorge, 40 Stunden reichen, um sich in die Hauptstadt Galiziens zu verlieben.

Das Tourismusbüro von Santiago de Compostela hat eine ganz wunderbare Seite mit zahlrecihen Informationen und sogar Audio Guides.

Für uns war es mit Sicherheit nicht der letzte Besuch von Santiago de Compostela.

 

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