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Cefalù – schön und begehrt

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Ich: „Das ist wirklich schön hier. Schade nur, dass es überall so voll ist.“ Unser Gastgeber (schmunzelnd): “ Dann solltet ihr erst einmal im Sommer, im Juli oder August kommen“. Ich: „Lieber nicht“.

Ohne Zweifel, Cefalù ist wunderschön und hat seinen Besuchern so einiges zu bieten. Leider haben das außer uns auch schon viele andere erkannt. Ich empfehle dir trotzdem, dem hübschen Städtchen im Norden Siziliens eine Aufwartung zu machen – vielleicht nicht gerade im Juli oder August.

Cefalù ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und liegt an der Bahnstrecke Palermo-Messina. Wir sind in Palermo zugestiegen, was sich als Vorteil erwies, da sich der Zug bereits dort und auch an den folgenden Stationen schnell füllte.

Die Fahrtzeit ab Palermo beträgt unter eine Stunde und wird zwischendurch immer mal wieder durch einen Blick auf das Meer versüßt. Pro Erwachsenen liegt der Preis für die Fahrt mit dem Regionalzug bei 5,60 Euro (Kinder ab 4 Jahren 2,90 Euro, darunter frei). In unserem Fall leerte sich der Zug dann schlagartig in Cefalù.

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Unsere Unterkunft war zwar fußläufig vom Bahnhof aus erreichbar, der Weg dorthin erfordert jedoch einige Kondition und ist mit zwei Kleinkindern und Gepäck für vier Leute und vier Wochen nicht unbedingt zu empfehlen. Unsere Gastgeber organisierten für uns ein Taxi mit zwei Kindersitzen und genug Platz für uns alle und unsere Habseligkeiten.

Im B&B Bouganville haben wir uns sehr wohlgefühlt. Das Haus ist von einem schönen Garten umgeben und von der Terrasse hat man Meerblick. Es gibt insgesamt sechs Zimmer, die Atmosphäre ist familiär. Die beiden Brüder Fabrizio und Roberto kümmern sich rührend um die Bedürfnisse ihrer Gäste und organisieren vieles rund um den Aufenthalt in Cefalù. Gut gefrühstückt haben wir dort auch.

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Das B&B ist eine Oase der Ruhe oberhalb des doch sehr geschäftigen Cefalù. (Für unser Dreibettzimmer haben wir bei einer Nacht Aufenthalt inkl. leckerem Frühstück 90 Euro bezahlt.)

Den Strand von Cefalù erreichten wir zu Fuß in etwa einer Viertelstunde (ohne zwei Kleinkinder geht das sicherlich auch noch ein wenig flotter) – zunächst immer bergab. Und der Weg lohnt, denn der (Sand-)Strand von Cefalù bietet nicht nur ordentliche Wellen, sondern auch einen tollen Ausblick auf die Altstadt. Was eine Kulisse, wenn die Wellen vor den Häusern der Altstadt toben.

Auch für Kinder ist der Strand gut geeignet. Anfang Mai hielt sich der Badebetrieb  noch in Grenzen, im Sommer nimmt die Dichte der Sonnen-und Meerbegeisterten mit Sicherheit zu.

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Von dort sind es nur noch einige Minuten bis zur historischen Altstadt von Cefalù. Man kann dabei ,um zur Altstadt zu gelangen, schön am (oder auch im) Wasser laufen. Oberhalb des Strandes verläuft eine Promenade, die zur Altstadt führt.

Vom B&B Bougainville aus brauchten wir zu Fuß bis zur Altstadt etwa eine halbe Stunde.

Die Altstadt ist geprägt von den typischen engen Gassen. Es gibt zahlreiche kleine Restaurants und eben auch eine Menge Souvenirgeschäfte, die dem Eindruck etwas abträglich sind. Anfang Mai gelingt es aber noch, sich einen ursprünglicheren Zustand vorzustellen und etwas vom eigentlichen Charme der Altstadt zu erahnen. Am besten verlässt man dazu einfach einmal die Hauptgassen.

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Eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist zweifelsfrei die Kathedrale, die weithin zu erblicken ist.

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Uns hat es besonders gut an der Bastion gefallen. Es macht Spaß, durch die Durchgänge in der Stadtmauer zu schlüpfen und sich dann, begleitet von tosenden Wellen, auf Klippen wiederzufinden. Auf dem kleinen befestigten Steinweg, der ein kurzes Stück auf dieser Seite der Stadtmauer entlang führt, kann es auch schon einmal passieren, dass das Meer einem eine erfrischende Dusche verpasst.

Hier vereinen sich eine tolle Aussicht und das Gefühl, das Meer unmittelbar zu erleben. Auch für die Kinder war dies eines der Highlights unserer Cefalùaufenthaltes.

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Wir waren in Cefalù nur einmal essen und haben uns von unserem Gastgeber ein Lokal in der Altstadt empfehlen lassen. Das „Il Carretto“ hat uns dann auch überzeugen können. Wir haben in einer kleinen Seitengasse angenehm draußen gesessen und wurden sehr freundlich bedient. Auch auf Kinder war man gut eingestellt. Als dann noch ein skandinavischer Spielkamerad auftauchte, gab es kein Halten mehr. Wir haben uns an Fisch und Weißwein gehalten und waren damit gut dran. Wir können das „Il Caretto“ guten Gewissens weiterempfehlen.

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Die Story am Rande: Beim eifrigen Fotografieren am Strand von Cefalù stolperte ich über meine eigenen Füße. Als ob das nicht schon blöd genug wäre (soll aber gerüchteweise auch schon anderen passiert sein), fiel meine Kamera in den Sand und verweigerte erst einmal die weitere Mitwirkung. Mit wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Wiederbelebung brachte ich die Kamera in ein Fotogeschäft in der Altstadt. Als ich sie am nächsten Tag wieder in Empfang nahm  (5 Euro habe ich bezahlt) sah es vielversprechend aus , das Objektiv ließ sich wieder ausfahren. Wenig später zunächst die Ernüchterung – es folgte sogleich immer wieder der Einzug nebst Fehlermeldung „Objektivfehler“.

Doch es darf nicht sein, was nicht sein darf. Die Kamera wurde erst einmal aufgeladen und immer wieder ein-und ausgeschaltet. Auf dem schönen Eiland Panarea, drei Stationen unserer Reise später, funktionierte sie dann plötzlich wieder. Sie ist nicht mehr dieselbe und das Stranderlebnis ist sicherlich nicht folgenlos für Kamera und Aufnahmen geblieben, aber ich bin echt froh, dass sie sich so gut erholt hat.

Ende gut – alles gut. Fazit: Cefalù ist bezaubernd aber auch begehrt. Man sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen, aber die Monate der Hauptsaison meiden, um die Atmosphäre der Stadt richtig genießen zu können.

 

 

 

 

 

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