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Schön und reich auf Panarea

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Ein Lachen, das von innen kommt, lässt jeden in Schönheit erstrahlen. Und wer mit Kindern an der Küste (oder eigentlich egal wo) unterwegs ist, der wird auch schnell steinreich werden.

Wir sind durch einen glücklichen Zufall auf Panarea gelandet und mussten feststellen, dass man dieser Insel auch ruhig mal höchst vorsätzlich einen Besuch abstatten sollte.

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Nach einigen Tagen auf Vulcano hielten wir ein Fährticket mit Ziel Ginostra in Händen. Bereits als wir am Hafen Unterschlupf vor dem Regen suchten und aufs aufgewühlte Wasser blickten, wussten wir, dass  ein Trip mit dem Tragflächenboot uns übel bekommen würde. Unsere Autofähre kam dann mit üppiger Verspätung und das Gesicht des Mitarbeiters, der unser Ticket kontrollierte, verhieß nichts Gutes. „Ginostra ? Ich weiß nicht, ob wir da heute anlegen können.“ Na super. Ginostra ist eine 30-Seelen-Gemeinde auf Stromboli mit einem ziemlich kleinen Hafen. Ich hatte mir den Aufenthalt dort sehr romantisch vorgestellt. Allerdings war ich auch nicht erpicht darauf, dort länger festzusitzen. Wir bestiegen erst einmal die Fähre und hofften, dass die Zeit eine Lösung des Problems bringen würde. Schnell war klar, dass wir nicht zum Haupthafen auf Stromboli wollten, der nicht auf dem Landwege mit Ginostra verbunden ist. Dort kommt es nämlich auch immer wieder zu Problemen mit dem Anlegen und wir wollten einige Tage später mit der Nachtfähre nach Neapel weiter.

Mir kam der Gedanke, dass wir die Fähre auch an einem früheren Haltepunkt verlassen könnten. Panarea war der Stop vor Ginostra. Mein Reiseführer informierte mich, dass die Insel eine sehr angenehme Architektur habe, nur Elektroautos dort fahren würden und im Sommer die Schönen und Reichen aus dem Norden Italiens gerne dort verweilen würden. Das Preisniveau sei auch eher hoch. Also: was fürs Auge, aber nicht billig zu haben. Aber noch war ja Nebensaison und es hörte sich doch insgesamt sehr verlockend an. Als uns kurz vor Panarea immer noch niemand sagen konnte, ob Ginostra an diesem Tag angefahren würde, entschlossen wir uns spontan, in Panarea an Land zu gehen.

Um gedanklich erst einmal die neue Lage zu erfassen und weitere Pläne auszuhecken, breiteten wir uns in einem der beschaulichen Hafencafés aus. Nach Rücksprache mit booking.com und Tripadvisor hatte ich schnell eine Unterkunft ermittelt, die auch Zimmer frei hatte. Wir machten uns also auf den Weg, um das von mir in Aussicht genommene Hotel in Augenschein zu nehmen.

Der persönliche Eindruck hielt, was die Ankündigungen im Internet mir versprochen hatten. Im La Terazza bekamen wir ein großes, angenehm gestaltetes Dreibettzimmer mit Balkon mit Meerblick. Zum Haus gehört ein Restaurant mit sehr guter Küche, das -nicht so ganz italienisch- auf argentinische Rindfleischgerichte spezialisiert ist, aber für Vegetarier wie mich auch zauberhafte Gerichte bereithält. Das Frühstück war ein Traum und wurde jeden Tag nach unseren Wünschen variiert. Egal ob frischgepresster Orangensaft, ofenwarme Cornetti oder schmackhafte Eierspeisen – man hat uns sehr verwöhnt. Bezahlt habe wir für das Dreibettzimmer mit Frühstück 90 Euro pro Nacht, wobei dies ein Angebotspreis war (regulär 135 Euro).   20160520_16200920160520_123706      20160521_101041

Wir hatten mit Panarea nicht gerechnet und doch war es für mich die schönste Etappe unserer Italienreise. Die Insel ist an vielen Stellen zum Heulen schön und es ist mir schwer gefallen, nach nur drei Nächten schon wieder Abschied nehmen zu müssen.

Es gibt keine hohen Gebäude, weiß ist die dominierende Farbe der Bebauung und ich habe nicht ein geschmackloses Haus auf der Insel gesehen. Elektrofahrzeuge, wie man sie sonst nur auf Golfplätzen sieht, fahren als Taxis umher und selbst die Carabinieri steuern ein solches Gefährt – mit Blaulicht versteht sich. Die Natur ist atemberaubend und in den Buchten ist das Wasser wunderbar klar. Der Spaziergang zu den Stränden lohnt sich – schon wegen der zauberhaften Wegweiser.

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Und manchmal ist es auch einfach schön, am Hafen zu sitzen und den kommenden und abfahrenden Booten zuzusehen und dabei -vor Glück fast platzend- Granite zu löffeln.
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Wunderbar gegessen und gesessen haben wir im Il Geco mit Panoramablick aufs Wasser. Das Essen ist lecker, die Preise sind in Ordnung und das Team hat uns mit aller Herzlichkeit umsorgt. Auch den Kleinen hat es so gut gefallen, dass sie immer wieder dort hinwollten.

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Wenn man weiter -an den Taxis vorbei-am Hafen entlanggeht, findet man rechterhand einen kleinen, aber feinen Supermarkt. Hier lassen sich wunderbare Zutaten für ein Picknick einkaufen und die Weinauswahl und die Beratung sind erstklassig. Das selbstgemachte Pesto schmeckt auf dem dort zu erwerbenden Bauernbrot einmalig gut.

Eine Taxifahrt mit dem Golfmobil sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Preise sind moderat und es ist ein besonderes Erlebnis auf der Rückbank mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzend in -gefühlt- rasendem Tempo bergauf und bergab über das Inselchen zu fahren.
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Der Weg ist das Ziel. Es macht -zumindest wennn die Sonne nicht gar zu heiß drückt- Spaß, sich den Weg zu den Stränden zu erlaufen.

Ein zauberhafter Sandstrand ist die Spiagga Zimmari.
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Wer es bis hier hin geschafft hat, der sollte auch noch den Restweg bis zur Cala Junco auf sich nehmen, das Panorama ist einmalig schön.

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Ach , Panarea. Mein Herz gehört Marrakesch, aber Panarea hat es dennoch vermocht, mich tief zu berühren. Ich habe mir in einer der Boutiquen auf der Insel ein bodenlanges schwarzes Kleid gekauft und wenn ich dieses trage, dann überkommt mich spontan wieder das Panarea-Feeling.

Was ich dir mit diesem Artikel sagen will ? FAHR NACH PANAREA !

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4 Kommentare

  1. Gisela Ciavorella sagt

    Toll, vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Bilder. Da bekommt man richtig Lust darauf sich das anzuschauen ☺

  2. Panera, muss ich mir merken! Aber ist es nicht oft so, dass einen das unerwartete völlig überrascht und begeistert?

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