Alle Artikel in: Reisen allgemein

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Irgendwo im Nirgendwo unter Berbern

Die Straße, die wir befahren, schlängelt sich nach oben und wird immer unbefestigter. Felicia sitzt neben mir im Kindersitz und schläft. Wir sind im Tal von Imlil angelangt, etwa 60 km entfernt vom quirligen Marrakesch. Um uns herum gewaltige Berge. Der höchste Berg Nordafrikas, der Djebel Toubkal, liegt vor uns. Wir steuern jedoch nicht den Hauptort an, sondern schrauben uns weiter hoch in Richtung eines der kleinen Dörfer. Dann hält unser Fahrer an und bedeutet mir, auszusteigen. Ich bin entzückt, dass er noch einmal für ein Photo anhält, denn Gebäude sind in unmittelbarer Nähe zunächst nicht zu sehen. Ich irre mich jedoch. Wir haben unser Ziel bereits erreicht. Unser Fahrer greift zum Handy um Lahcen, der in den nächsten Tagen unser Gastgeber sein wird, anzurufen. Der ist auch schon wenige Minuten später da, um mich, die mittlerweile erwachte Felicia und unser Gepäck abzuholen. Mit meinen noch ungewohnten Trekkingsandalen an den Füßen und Felicia in der Kraxe auf meinem Rücken folge ich Lahcen und muss erkennen, dass bereits der kurze Weg zu unserem Heim für die more »

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Marokkos schöne Medersas

Sie sind architektonische Kleinode, bieten eine entspannende Zuflucht im quirligen Gassengewirr der Städte und haben oft Dachterrassen mit umwerfenden Aussichten. Wir haben während unserer Zeit in Marokko verschiedene ehemalige Koranschulen besucht und waren jedes Mal aufs Neue fasziniert. Ganze Vormittage haben wir dort zugebracht. Staunend, wandelnd, lesend (ich), schlafend (Felicia). Einige Beispiele möchte ich dir hier vorstellen: Medersa Ben Youssef in Marrakesch Einer meiner Lieblingsorte in Marrakesch ist die Medersa Ben Youssef. Sie liegt in der Nähe der Ben Youssef Moschee. Vom Djema el Fnaa aus ist sie in etwa 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. Sie ist täglich von 9.00-18.00 Uhr geöffnet. Eintritt 20 Dh. Gegründet wurde die Koranschule im 14. Jahrhundert und wurde ca. 1570 zur wichtigsten islamischen Hochschule in der damaligen arabischen Welt ausgebaut. Der Lehrbetrieb wurde 1960 eingestellt und die Medersa in ein Museum umgewandelt. Nach einem Rundgang durch die Medersa lässt es sich ganz wunderbar an einem schattigen Plätzchen im Innenhof aushalten. Und je länger man dort sitzt, desto mehr Details fallen einem ins Auge. Auch wenn die Medersa Ben more »

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Eine Terrasse in Tanger

Der Ramadan ging zu Ende und ganz Marokko schien sich auf den Weg zu machen, um die Familie zu besuchen. Entsprechend gut gebucht waren die Plätze in öffentlichen Verkehrsmitteln. Unser eigentlicher Plan sah vor, dass wir von Rabat weiter nach Chefchaouen fahren würden. In meinem grenzenlosen Optimismus und dem Wunsch nach fortwährender Flexibilität, hatte ich mich nicht bereits in der ersten Woche um unsere Fahrkarten gekümmert. Und nun war kein einziger Platz im Bus mehr verfügbar. Auch ansonsten gestaltete sich die Lage eher schwierig. Wir mussten jedoch unser Hotel in jedem Fall verlassen, für die kommende Nacht war kein Zimmer frei. Und so kam es, dass mich mein Vater noch am Morgen unserer Abreise nach Tanger fragte, wohin es denn nun gehe, woraufhin ich ihm schrieb, dass ich dies selbst noch nicht wisse. Hinzu kam, dass meine einzigen Schuhe, die ich aus Marrakesch mitgenommen hatte, versehentlich im Atlantik ein Bad genommen hatten und nun auseinanderfielen. An eine Ersatzbeschaffung war an diesem Tag nicht zu denken. Wegen des Feiertages war alles geschlossen. Doch letztlich lösten sich more »

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Urlaub auf dem Bauernhof vor den Toren Marrakeschs

Auch wenn ich gerne Zeit mit dem Planen von Reisen verbringe, so lässt meine Planung uns doch auch immer Freiräume, die wir spontan nach Lust und Laune ausfüllen können. So auch auf unserer gerade beendeten Marokkoreise. Drei Tage in dem -uns immer vertrauter werdenden – wunderbaren Marrakesch lagen hinter uns, in denen wir uns an den marrokanischen Sommer und dem Tagesablauf während des Ramadans gewöhnen konnten. Erst am übernächsten Tag wurden wir von unserem Gastgeber im Tal von Imlil erwartet. Es war mir danach, weiterzuziehen und doch hatte ich zunächst keine Ahnung wohin die weitere Reise gehen sollte. Ich warf einen Blick auf die Karte und die Ortsnamen in der Richtung, in die wir anschließend fahren würden. „Lalla Tekerkoust“ – bei diesem Namen blieb ich hängen und erfuhr bei meiner weiteren Recherche, dass es sich um einen Stausee in der Nähe von Marrakesch handelt. Ich suchte nach Unterkünften an diesem Platz und stieß dabei zufällig auf „Jnane Tihihit„. Je mehr ich las und je mehr Bilder ich sah, desto sicherer war ich, dass es uns more »

Gare Marrakech

Einmal mit dem Nachtzug durch Marokko

  Zunehmend nervös rutsche ich auf dem Rücksitz unseres Taxis hin und her. Wir fahren die Corniche von Tanger entlang – im Schritttempo. Der Fastenmonat Ramadan ist gerade zu Ende gegangen und alle sind in Feststimmung. Die Straßen sind brechend voll. Es ist bereits nach 21.30 Uhr. Unser Nachtzug nach Marrakesch soll um 21.55 Uhr Tanger verlassen und ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie weit es noch bis zum Bahnhof ist. Der Taxifahrer bleibt tiefenentspannt und versichert mir, dass wir – inschallah – unseren Zug erreichen werden. Ich versuche, seine Zuversicht zu teilen und wäre sehr viel entspannter, wenn unser Heimflug nach Deutschland nicht am nächsten Tag ab Marrakesch gehen würde, einer Stadt, von der uns gerade fast 600 km trennen. Aber dann taucht endlich doch der Bahnhof Tanger Ville vor uns auf. Mit Kind und Gepäck mache ich mich auf den Weg zum gut befüllten Bahnsteig. Ich suche mir einen freien Platz und schaue mich um. Das Publikum ist bunt gemischt. Marrokanische Familien, junge Männer im Anzug, alleinreisende Frauen und gar nicht more »